Rader Hospiz-Verein hat einen neuen Vorsitzenden

Georg Kalkum folgt auf Peter Steffens : Rader Hospiz-Verein hat einen neuen Vorsitzenden

Georg Kalkum wurde auf der Hauptversammlung mit großer Mehrheit gewählt.

Eva Döllinger, stellvertretende Vorsitzende des Ambulanten Ökumenischen Hospiz Radevormwald, brachte es auf den Punkt: „Es ist eine Zäsur, wenn sich nach über 18 Jahren ein Vorsitzender zurückzieht.“ Denn das Gründungsmitglied und bisheriger Vorsitzende Peter Steffens stellte sich bei der Hauptversammlung am Mittwochabend turnusgemäß nicht mehr zur Wahl – aus privaten und gesundheitlichen Gründen.

Als Nachfolger hatte der Vorstand Georg Kalkum vorgeschlagen, der auch mit großer Mehrheit gewählt wurde. Zuvor hatte Steffens seinen Rückzug angekündigt: „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber nach bald 20 Jahren ist Zeit für einen Wechsel.“

Nicht nur Döllinger dankte Steffens im Namen des Vorstandes für seine langjährige und unermüdliche Arbeit für den Verein. Auch die beiden Koordinatorinnen Tatjana Brüser-Piper und Marina Weidner richteten Worte des Danks an ihren ehemaligen Vorsitzenden. Sie verglichen den Verein mit einem Schiff, dessen Kapitän es durch ruhige und stürmische See steuern müsse. Das habe Steffens immer sehr gut geschafft, weswegen sie ihm als Abschiedsgeschenk auch eine  Kapitänsmütze überreichten.

Aber auch sonst hatten die beiden Koordinatorinnen viel Interessantes aus dem Vorjahr zu berichten. So werde das Trauercafé nach wie vor sehr gut genutzt. „Wir hatten 17 Teilnehmer. Natürlich nicht immer gleichzeitig, aber dennoch waren wir damit an den Grenzen unserer Kapazität“, sagte Weidner. Zusätzlich zum Nachmittagstermin wurde seit dem April ein Abendtreff für Trauernde angeboten, da viele Menschen aus beruflichen Gründen nicht zum Trauercafé kommen können. „Der Bedarf ist da, daher haben wir es erstmals angeboten“, sagte Weidner.

Im Vorjahr betreuten die 31 aktiven Vereinsmitglieder 47 Menschen und ihrere Angehörigen auf dem letzten Weg. „Sechs der Begleitungen werden in diesem Jahr fortgeführt“, sagte Brüser-Pieper. Die Begleitungen fanden etwa zur Hälfte im jeweiligen Zuhause oder in Pflegeeinrichtungen statt. „Mit 75 sehr umfangreich war die Zahl an Infogesprächen zu den Themen Palliative Fragestellungen, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“, sagte Brüser-Pieper weiter.

Die Gespräche nahmen neben der Begleitungsarbeit den größten Teil der Zeit ein. Dazu gab es noch zahlreiche Supervisionsveranstaltungen sowie einen neuen Befähigungskursus mit 15 Teilnehmern, davon vier aus Radevormwald. „Der nächste Kursus startet im Mai“, sagte Weidner. Es sei noch ein Platz frei.

Kurz vorgestellt wurde das Projekt der „Wünschewagen“, bei dem – organisiert vom Arbeiter-­Samariter-Bund – sterbenden Menschen letzte Wünsche erfüllt werden. Ein Rader Sponsor, der nicht genannt werden wollte, ermöglichte durch seine Spende dem Hospizverein die künftige Teilnahme an diesem ehrenamtlich betriebenen Projekt.

Mehr von RP ONLINE