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Radevormwald: Rade steht auf der Terrorliste

Radevormwald : Rade steht auf der Terrorliste

Auf der bei der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle gefundenen Namensliste sind vier Institutionen und Vereine aus der Bergstadt genannt. Das bestätigt Polizeipressesprecher Andre Kuba. Die Betroffenen werden jetzt informiert.

Das Landeskriminalamt (LKA) hat der Polizei im Oberbergischen Kreis die Namensliste zugeschickt, die bei der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle gefunden wurde. Auf der Liste finden sich nach Angaben von Pressesprecher Andre Kuba auch vier Vereine und Institutionen aus Rade und eine aus Hückeswagen. Einzelpersonen werden auf der Liste namentlich nicht genannt, sagte er.

Insgesamt 31 potenziell gefährdete Objekte aus fast allen Städten des Oberbergischen Kreises stehen auf der Liste — darunter schwerpunktmäßig Parteibüros, Objekte islamischer Kulturvereine oder Moscheen. Allerdings geht die Polizei nach Angaben von Kuba davon aus, dass die Liste veraltet ist, weil es viele Adressen nicht mehr gibt oder Adressen von Objekten doppelt genannt sind.

Keine Anschlagspläne

Kuba betont, dass nach jetzigem Stand der Ermittlungen niemand, der auf der Liste genannt wird, gefährdet ist — das heißt, die Polizei geht nicht davon aus, dass es zum jetzigen Zeitpunkt irgendwelche Anschlagspläne in Oberberg gibt. "Dafür gibt es keinerlei Hinweise", sagt Kuba.

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Aufgabe der Polizei sei es nun, Kontakt mit den Vereinen aufzunehmen und sie darüber zu informieren, dass sie auf der Liste genannt sind. "Im Gespräch wollen wir erörtern, ob es in der Vergangenheit Bedrohungen gegeben hat oder ob sich rechtsradikale Tendenzen abgezeichnet haben", sagt der Polizeipressesprecher. Diese Informationen würden dann umgehend ans Landeskriminalamt weitergeleitet und dort ausgewertet.

In den Kommunen werden es die Bezirksbeamten sein, die die betroffenen Vereine und Institutionen aufsuchen. "Sie haben einen vorgefertigten Bogen bei sich, eine Art Informationsschreiben an die Vorsitzenden", sagt Kuba. Da das Thema "brandheiß" sei, werde es zurzeit mit höchster Priorität bearbeitet. "Wir gehen davon aus, dass wir Ende kommender Woche fertig sind und die Ergebnisse entsprechend weitergeleitet haben", sagt Kuba.

Nach ersten Recherchen scheine die Liste völlig wild zusammengestellt worden zu sein, "ohne Schwerpunkte und ganz sicher nicht aktuell", sagt Kuba. Alle, die auf der Liste genannt sind, würden auf jeden Fall von der Polizei alle wichtigen Informationen erhalten.

Polizei beruhigt Betroffene

"Wir beruhigen die Betroffenen aber auch, weil wir davon ausgehen, dass es keine Gefahrenlage gibt", sagt Kuba. Warum es die Liste gibt, sei auch noch nicht geklärt.

Mit den Entwicklungen in den Wupperorten und diversen rechtsradikalen Aktionen in der Stadt hat die Liste nach Ansicht der Polizei in Oberberg überhaupt nichts zu tun. "Wir glauben nicht, dass es irgendwelche Kontakte gegeben hat. In anderen Orten finden sich da ganz andere Organisationsstrukturen", sagt Kuba.

(RP/rl)