Radevormwald: Rade lebte bei Trinkwasser auf Reserve

Radevormwald: Rade lebte bei Trinkwasser auf Reserve

Da an drei Stellen die Schieber von Hauptleitungen ausgetauscht werden mussten, bekamen die Radevormwalder gestern ihr Trinkwasser aus den Wasserspeichern in Espert und Wintershaus. Die Reserve reicht für zwei Tage.

Gleich an drei Stellen tauschten Mitarbeiter eines Spezialunternehmens gestern Absperrschieber von Haupt-Trinkwasserleitungen nach Radevormwald aus. Tätig waren die Rohrleitungsbauer in den beiden Ortschaften Kräwinkel und Berg in Radevormwald und neben dem DLRG-Haus in Remscheid direkt an der Wupper-Talsperre.

Frank Luchtenberg vom Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper aus Wermelskirchen mit den neuen Schiebern, die später eingebaut werden sollten. Foto: Wolfgang Scholl

Die alten Absperrschieber stammen aus dem Jahr 1972 und waren nicht mehr dicht, berichtete Frank Luchtenberg vom Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper. Die neuen sollen anders konstruiert sein und in Zukunft auch länger halten. Insgesamt sind acht neue Schieber eingebaut worden, vier in Kräwinklerbrücke und jeweils zwei in Berg und Kräwinkel.

Der Wasserversorgungsverband liefert das in Wermelskirchen-Schürholz aufbereitete Trinkwasser der Großen Dhünn-Talsperre nach Radevormwald. Die Stadt erhält ergänzend noch einen Teil des Wassers aus der Agger-Talsperre bei Gummersbach. Von Wermelskirchen wird das Dhünn-Wasser durch das Trinkwassernetz der Stadtwerke Radevormwald GmbH (SWR.) zu den einzelnen Häusern transportiert.

Die Hauptleitungen nach Radevormwald waren gestern Morgen unterbrochen worden, so dass für viele Stunden kein neues Trinkwasser nachgeliefert werden konnte.

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Mike Vorberg und Jörg Humpert vom Technischen Bereich der SWR. hatten die Aktion aus Radevormwalder Sicht mit vorbereitet. Etwa 3000 bis 3300 Kubikmeter Wasser werden den Stadtwerken von den Radevormwaldern täglich abgenommen. "Wir haben die beiden Trinkwasserspeicher in Espert und Wintershaus bis zum Rand aufgefüllt", sagte Mike Vorberg. In beide passen zusammen insgesamt 7000 Kubikmeter Wasser. Die Stadtwerke habe ihre Leitungen gestern deshalb rückwärts gefüllt. Die Stadt kann aus diesem Speicher somit etwa zwei Tage leben. "Einen großen Ausfall von Leitungen hatten wir für Radevormwald bisher zum Glück noch nicht", sagte Mike Vorberg.

Die Arbeiten zum Austausch der Absperrschieber waren in den vergangenen vier Wochen so vorbereitet worden, dass sie innerhalb von 24 Stunden beendet sein sollten. An den drei Baustellen waren die Baugruben jeweils so vorbereitet worden, dass die Rohrleitungsspezialisten sofort mit dem Ausbau der alten Aggregate beginnen konnten. Im zweiten Schritt mussten dann die neuen eingebaut werden. "An allen drei Stellen steht deshalb auch ein Kran, um die demontierten Teile sofort hochholen zu können und anschließend die neuen, schweren Absperrschieber an die dafür vorgesehenen Stellen setzen zu können", sagte Frank Luchtenberg.

Von Kräwinklerbrücke führen zwei große Leitungen unter der Wupper-Talsperre nach Radevormwald. Beide sind immer in Betrieb, können aber getrennt geschaltet werden, so dass bei einem Defekt an einem Rohr die Trinkwasserversorgung über das zweite gesichert ist.

(RP)