Rade-Integrativ will zweite WG gründen

Neues Projekt: Verein plant eine zweite WG

Die erste Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung hat der Verein „Rade-integrativ vor zwei Jahren eröffnet. Die zweite WG ist das neue Projekt.

Von Zuhause ausziehen, in den eigenen vier Wänden so selbstständig wie möglich leben und ein erwachsenes Leben führen, davon träumen die jungen Männer und Frauen, die Teil des Vereins „Rade-integrativ“ sind. Die Menschen mit Behinderung haben gesehen, wie ein Umzug funktionieren kann. Als vor zweieinhalb Jahren die erste Wohngemeinschaft von Rade-integrativ an der Elberfelder Straße eröffnet wurde, sind dort sechs Bewohner eingezogen, die sich seitdem sehr gut eingelebt und an ihr neues Lebensumfeld gewöhnt haben. Sie sind die Vorbilder der nächsten Generation.

Für weitere sechs Radevormwalder im Alter zwischen 18 und 23 Jahren soll der Traum von einer eigenen Wohngemeinschaft in Erfüllung gehen. Damit der Traum zur Realität wird, arbeiten die Eltern der künftigen Bewohner sowie der Vorstand von Rade-integrativ auf Hochtouren. Die Gründung und Umsetzung einer zweiten Wohngemeinschaft für Behinderte ist das neue Mammutprojekt des Vereins.

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„Die jungen Erwachsenen kennen sich seit ihrer Kindheit und sind zusammen aufgewachsen. Das Vertrauen und die gemeinsamen Erlebnisse sind die perfekte Grundlage für eine Wohngemeinschaft“, sagt Christiane Schnell, Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins. Momentan ist sie zusammen mit den Eltern der Bewohner auf der Suche nach einem Investor, der das Bauvorhaben sowie das Wohnprojekt des Vereins in die Tat umsetzt. Dieses Finanzierungskonzept hat bereits an der Elberfelder Straße funktioniert und könnte an anderer Stelle, möglichst zentral in Radevormwald, ein zweites Mal umgesetzt werden. Der Verein hat aber auch über andere Lösungen nachgedacht. „Man könnte die Wohngemeinschaft auch in ein Mehrgenerationenprojekt einbetten, wo man sich gegenseitig hilft. Interessant ist auch die Idee eines Integrativen Hotels oder die Nutzung des Wartburghauses für unser Vorhaben“, sagt Schnell. Sie und der restliche Vorstand stehen im Austausch mit der Stadtverwaltung sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG). Neue Wohnkonzepte zu entwickeln und umzusetzen ist nicht nur für die künftigen Bewohner essentiell, sondern auch für die Gesamtentwicklung einer Stadt. „Wir müssen selber handeln, bauen und entwickeln, weil die Wartelisten zu lang sind. Auf einen Platz in einer vergleichbaren Wohngruppe würden unsere Kinder zehn Jahre oder länger warten.“

Weil die Mitglieder des Vereins jetzt im richtigen Alter sind, um aus ihrem Elternhaus auszuziehen und mit Betreuung in einer eigenen Wohnung zu leben, geht Rade-Integrativ das Projekt 2019 zielstrebig an. Neben diesem zentralen Thema nimmt der Verein dieses Jahr wieder sein monatliches Turnprojekt auf, das Menschen mit Behinderung Bewegung und eine Freizeitmöglichkeit bietet. Weitergeführt werden außerdem die regelmäßigen Bowling-Nachmittage, genauso wie gemeinsame Ausflüge.

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