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Preisgekrönte Naturschützerin aus Radevormwald mahnt zur Umkehr

Auszeichnung : Ihr Motto: Die Schöpfung erhalten

Bei der Verleihung des Rheinlandtalers an Kathi Hentzschel drückte die Geehrte ihre Hoffnung aus, dass die junge Generation sich für den Naturschutz engagiert.

Schon so unterschiedliche Persönlichkeiten wie der Götz George, Loki Schmidt, Hanns Dieter Hüsch oder die Bläck Fööss haben ihn verliehen bekommen – den Rheinlandtaler des Landschaftsverbands Rheinland. Die jüngste Preisträgerin kommt aus Radevormwald, am Dienstagabend bekam Kathi Hentzschel die Auszeichnung für ihren langjährigen Einsatz für den Natur- und Umweltschutz in der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Neben den rund 70 Gästen waren Bernd Krebs, der stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, der auch die Laudatio hielt, sowie Bürgermeister Johannes Mans und die stellvertretende Landrätin Ursula Mahler zum Schulzentrum gekommen.

Er sei stolz darauf, dass nach Dietmar Fennel zum zweiten Mal ein Bürger aus Radevormwald für das Engagement für Natur und Umwelt mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet wurde, erklärte der Bürgermeister „Sie sind nicht dogmatisch, sondern realitätsnah – und damit für viele Menschen handlungsweisend“, sagte Mans zu Hentzschel und betonte zudem die existenzielle Bedeutung der Erhaltung der Schöpfung. Krebs wiederum lobte in seiner Laudatio ebenfalls das Engagement Hentzschels, die Schöpfung zu erhalten. „Das ist Ihre Maxime schon seit vielen Jahrzehnten“, sagte Krebs.

  • Kathi Hentzschel mit Bernd Krebs (LVR)
    Auszeichnung : Rheinlandtaler für Kathi Hentzschel
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  • Kathi Hentzschel , Hubert Bensheim ,
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Sie sei eine vielgefragte und kompetente Ansprechpartnerin rund um den Schutz von Natur und Pflanzen, sagte Krebs, der wiederum vor allem in ihrem großen Garten seinen Niederschlag finde. „Sie haben dort verschiedenste Biotope mit teils vom Aussterben bedrohten Pflanzen auf engstem Raum angelegt. Zudem ziehen Sie Saatgut für Tauschbörsen und die Gartenarchen in ihrer kleinen ‚Gärtnerei’.“. Zugleich sei sie eine eifrige Netzwerkerin in Sachen Umweltschutz. „Sie pflegen umfangreiche Kontakte zu den Biologischen Stationen Oberberg und Mittlere Wupper, zum NABU Oberberg und Remscheid, zum BUND Wuppertal, zur Naturschule Grund in Remscheid, zum RBN in Overath und den Nachbarkommunen und vielen anderen Institutionen mehr.“ Ursula Mahler betonte: „Unser Kreis braucht Menschen wie Sie, die sich für Umwelt und Naturschutz stark machen. Ihr Wirken wird Bestand haben.“

Hentzschel selbst freute sich sehr über die Auszeichnung, fand aber auch den Raum, kritische Töne an die Gesellschaft zu richten. „Voraussetzung für so einen Preis ist Akzeptanz – und die war nicht immer gegeben, auch wenn sich die Welt zum Glück wandelt“, sagte die Radevormwalderin. Sie sei zudem besonders dankbar dafür, dass das Schicksal ihr mit ihrem etwa 2000 Quadratmeter großen Garten ein besonders schönes Stück Erde zugespielt habe. Sie lobte ausdrücklich das Engagement der jungen Menschen. „Ich kann nur hoffen und beten, dass die Politik endlich aufwacht und begreift, dass wir umkehren müssen. Ich sehe eine junge Generation nachwachsen, die meine Arbeit fortführen kann, wenn ich das nicht mehr kann.“