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Politik will Verkehrschaos am Schulzentrum Radevormwald verhindern

Verkehrssicherheit am Schulzentrum Radevormwald : Was hilft gegen das Elterntaxi-Chaos?

Die Verkehrssituation am Schulzentrum war Thema im Fachausschuss. Die AL-Fraktion will das Problem mit einer Einbahnstraßen-Regelung und Halteverboten angehen. Auch eine zweite Zufahrt für Rettungsfahrzeuge wird gefordert.

Zum Schulbeginn und zum Schulende wird es in der Hermannstraße turbulent. Sogenannte Elterntaxis verstopfen dann für rund eine halbe Stunde die Straße, die zum Schulzentrum führt. Schulleiter und Anwohner sprechen von „katastrophalen Verhältnissen“.

Eine Lösung, um mehr Verkehrssicherheit zu diesen Stoßzeiten zu schaffen, ist bislang aber nicht in Sicht. Im Ausschuss für Kultur, Tourismus und Verkehr wurde das Thema nun erneut auf die Agenda gesetzt. Die Fraktion der Alternativen Liste hatte einen Antrag gestellt, mit dem sie hofft, die Probleme in den Griff zu kriegen. Sie möchte die Hermannstraße von der Einmündung der Friedrichstraße bis zur Kreuzung mit der Kaiserstraße zur Einbahnstraße in Richtung Kaiserstraße erklären. Nur Fahrräder und Rettungsfahrzeuge sollen auch in Gegenrichtung fahren können. Die Friedrichstraße soll zwischen Grünstraße und Hermannstraße Einbahnstraße in Richtung Hermannstraße werden. Zudem schlägt die AL-Fraktion ein absolutes Halteverbot im Bereich der Hauptschule und des Gymnasiums vor.

Vor allem letzterer Vorschlag stieß bei den anderen Ausschussmitgliedern auf Heiterkeit. „Da muss ich lachen“, sagte CDU-Ratsmitglied Rolf Schulte. „Ein Halteverbot, das interessiert die Eltern überhaupt nicht. Ich habe schon gesehen, dass dort Kinder mit einem Sattelschlepper zur Schule gebracht wurden.“

Auch die Idee einer Einbahnstraßenregelung wurde kritisiert. „Dann wird erfahrungsgemäß sofort schneller gefahren“, sagte Schulte. Anstatt mehr Sicherheit habe man dann mehr freie Bahn für Raser. Armin Barg von der UWG meinte: „Damit verlagern wir das Chaos nur zur Friedrichstraße.“

Allerdings hatte vor einigen Wochen Martin Zimmermann, Vorsitzender der Schulpflegschaft des THG, gegenüber unserer Zeitung erklärt: „Die Lösung, die zu einem besseren Verkehrsfluss führen würde, wäre die Hermannstraße zu einer Einbahnstraße zu machen und sie nach unten zum Beispiel mit der Uelfe-Wuppertal-Straße zu verbinden.“ Der AL-Antrag wurde im Ausschuss am Ende abgelehnt. Doch welche Alternativen gibt es? Das Problem sei inzwischen so akut, sagte Elisabeth Pech-Büttner (Bündnis 90/Grüne), dass manche Anwohner morgens kaum aus ihren Ausfahrten rauskämen. Axel Schröder (FDP) regte an, den Ordnungsdienst zu den Stoßzeiten patrouillieren zu lassen.

Einen anderen Aspekt zur Sicherheit im Schulzentrum brachte Klaus Haselhoff von der Radevormwalder Unabhängigen Alternative (RUA) in die Debatte ein. „Das Schulzentrum braucht unbedingt einen weiteren Rettungsweg“, so Haselhoff. Der Gebäudekomplex sei bislang nur über die Hermannstraße erreichbar – das könne im Ernstfall furchtbare Folgen haben.

Diese Mahnung kam bei den Ausschussmitglieder durchaus an. „Leider wurde die Verbindung zur Mühlenstraße überbaut“, meinte Axel Schröder. Jochen Knorz, Leiter des Ordnungsamtes, erklärte: „Die Kreisbehörde hat seinerzeit die Situation begutachtet und für in Ordnung erklärt.“ Eine Notzufahrt zu dem Gelände des Schulzentrums sei aber zweifellos eine Verbesserung. Knorz stellte in Aussicht, dass im Rahmen des neuen Brandschutzplanes das Thema aufgegriffen werden könnte.