1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Politik in Radevormwald: AL-Aufruf sorgt für Irritationen und Heiterkeit

Politik in Radevormwald : AL-Aufruf sorgt für Kopfschütteln

Ein sachkundiger Bürger der Fraktion hatte eine umstrittene Mitgliederwerbung verschickt, die in den sozialen Medien bereits für Diskussionen sorgt. Der Fraktionsvorsitzende distanziert sich: „Das war nicht autorisiert und ohne unser Wissen.“

Dass politische Parteien oder Wählergemeinschaften um Kandidaten werben, ist nicht ungewöhnlich. Ein solcher Aufruf der Alternativen Liste (AL) sorgt nun allerdings in den sozialen Medien für Kopfschütteln und Erheiterung. Die AL hatte das Schreiben an die Medien geschickt, es erschien unter anderem online im „Stadtnetz Radevormwald“.

Darin heißt es, die AL suche Bürger, die ihr helfen, „weiter politisch aktiv sein zu können“. Dann folgen die Zeilen: „Es geht darum, einen Wahlkreis zu besetzen, damit dort Wähler die AL wählen können. Es geht nicht darum, aktiv zu sein oder was zu leisten, aber wir sind nur eine Hand voll aktive (sic!) und müssen 18 Wahlkreise besetzen, um überall wählbar zu sein.“ Wer Interesse habe, solle sich mit dem Fraktionsvorsitzenden Rolf Ebbinghaus in Verbindung setzen.

Facebook-Nutzer Markus Keidel stellte diesen Aufruf in die sozialen Medien und kommentierte: „Schon sehr seltsam von einer politischen Interessengemeinschaft, um politische Mitstreiter zu buhlen, die aber NICHTS leisten müssen und auch AKTIVITÄT wird NICHT gefordert.“

Weitere Kommentatoren zeigten sich durch den Aufruf erheitert: „Das ist Rader Politik, inaktiv dabei sein.“ Andere sehen es nicht ganz so locker, sprechen von „Strohmännern“ und „Stimmvieh“. Die AL-Mitglieder wie Ursula Schaub und Konrad Staratschek weisen auf Facebook die Kritik zurück. „Keine Sorge, wir können den größten Teil der Wahlkreise besetzen. Und wir suchen weiterhin aktive Mitstreiter“, schreibt etwa Schaub.

Rolf Ebbinghaus distanzierte sich am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion von dem Aufruf. Dieser Text sei von einem sachkundigen Bürger der Fraktion ohne Autorisierung und ohne Wissen des Vorstandes versendet worden. „Wir sind weder glücklich damit, noch sehen wir den Sachverhalt so.“

Ebbinghaus verweist auf einen offiziellen Aufruf der AL, in dem ausdrücklich Menschen mit „Persönlichkeit und Kompetenz“ gesucht werden. Auch heißt es dort, die AL wolle von den beruflichen und sozialen Fähigkeiten ihrer neuen Mitstreiter profitieren.