Radevormwald: Platz für neues Leben schaffen

Radevormwald: Platz für neues Leben schaffen

Durch den Garten zu gehen und die Veränderungen zu beobachten, ist für Anne Pieper Entspannung pur. Wer im Garten für neues Leben sorgen woll, muss auch mal zur Heckenschere greifen.

Wenn Radevormwald eine Pflanzenflüsterin hat, dann ist es wohl Anne Pieper. Die Diplomdesignerin und Gartengestalterin bietet auf ihrem riesigen Grundstück nicht nur einheimischen und typisch bergischen Pflanzen Platz, sondern auch Gewächsen, die selten und teuer sind. Jedes Jahr beobachtet sie, wie neues Leben in ihrem Garten entsteht, wie alte Pflanzen neu treiben, ihre Knospen öffnen und sich nach einem harten Winter wieder zurück in ein aktives Leben kämpfen.

Jetzt pflanzt Anne Pieper zwar kaum, sorgt aber dafür, dass ihre Pflanzen gut geschützt sind oder richtig zurückgeschnitten werden. Wer im Garten für neues Leben sorgen will, darf nämlich nicht zögern, auch mal zur Heckenschere zu greifen. "Pflanzen wie die Staudensonnenblume müssen kräftig zurückgeschnitten werden, damit sie im nächsten Jahr kräftig zurückkommen und blühen", sagt Pieper.

Andere Pflanzen, wie die Crocosmia, schützt die Designerin mit Blättern und den eigenen Trieben der Pflanzen. "Die Pflanzen überstehen den Frost so besser und können sich selber schützen." 2017 hat Anne Pieper genutzt, um selber viele Stecklinge zu pflanzen. Stecklinge sind, im Unterschied zu natürlichen Trieben, geschnittene Sprossteile von Pflanzen, die der vegetativen Vermehrung dienen. Ein Steckling soll eigene Wurzeln schlagen, um dann eine selbstständige Pflanze zu entwickeln. Die Erfolgsquote aus einem Steckling eine eigene und selbstständige Pflanze zu entwickeln liegt zwischen 30 und 50 Prozent.

Für Anne Pieper war 2017 das Jahr der Stecklinge. "Ob Stecklinge angehen oder nicht, ist immer eine spannende Sache. Da gibt es viel zu beobachten." Vervielfältigen wollte sie Pflanzen, die sie von Freunden aus ganz Deutschland bekommen hat.

Durch ihren Garten zu gehen und die Veränderungen ihrer Pflanzen zu beobachten, ist für Anne Pieper pure Entspannung. Auf die Krokusse und die wachsenden Schneeglöckchen freut sie sich so sehr, dass sie das herabgefallene Laub oft zur Seite schiebt, um die grünen Spitzen zu betrachten, die sich langsam aus dem kalten Boden Richtung Himmel bohren.

Wer nicht warten will, um neues Leben zu pflanzen, kann den Winter nutzen, um Bäume und Sträucher in den Boden zu setzen. Der Winter ist laut Anne Pieper die perfekte Jahreszeit für diese Gartenarbeiten. "Bäume brauchen in ihrer Anfangszeit sehr viel Feuchtigkeit. Die meisten strotzen der Kälte, nur bei Frost kann nichts in den Boden", sagt die Radevormwalderin.

Mit Geduld und Fachwissen hat Anne Pieper in ihrem Leben viel gepflanzt und wachsen sehen. Nur Tulpen überleben in der Bergischen Natur nicht. "Die Wühlmäuse fressen die Zwiebeln auf, dagegen kann man nichts ausrichten."

(trei)