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Pflaumenkirmes in Radevormwald muss wegen Corona-Krise ausfallen

Corona-Pandemie in Radevormwald : Pflaumenkirmes fällt aus

Die 524. Auflage war für den 18. bis 21. September geplant. Doch aufgrund der unsicheren Lage angesichts der Corona-Pandemie hat die Stadt die Kirmes abgesagt. Auch für den Feierabendmarkt sieht es in diesem Jahr nicht mehr gut aus.

Ein weiteres Großereignis im diesjährigen Veranstaltungskalender der Stadt Radevormwald ist ein Opfer der Corona-Pandemie geworden. Die Verwaltung hat am Freitag mitgeteilt, dass die Pflaumenkirmes nicht stattfinden wird. „Schweren Herzens“ habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung. Geplant war die Kirmes für den Zeitraum vom 18. bis 21. September.

„Keiner kann zurzeit den weiteren Verlauf der Pandemie vorhersagen. Hygieneregeln wären auf einer Kirmes schwer einzuhalten“, begründet die Verwaltung die Absage der Traditionsveranstaltung. „Die Stadt befindet sich im Einklang mit zahlreichen anderen Kommunen, weil auch deren Großveranstaltungen in diesen Tagen bereits abgesagt worden sind oder werden.“

Diese Entscheidung sei auch in einer offenen Kommunikation mit Inhabern von Fahrgeschäften und anderen Schaustellern besprochen worden. „Die Gesundheit der Radevormwalder und ihrer zahlreichen Gäste steht im Vordergrund“, wird Bürgermeister Johannes Mans zitiert.

Diese Sorgen betreffen auch den normalerweise am Freitag stattfindenden Feierabendmarkt, der mit dem Beginn der Corona-Pandemie ausgesetzt wurde. Auch für diese Veranstaltung müsste ein besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept ausgewiesen werden. Wegen des Versammlungscharakters dieser beliebten Veranstaltung an den Freitagabenden ist die Organisation erst einmal „auf Eis gelegt“. Es sei deshalb unsicher, ob der Feierabendmarkt in diesem Jahr noch stattfinden kann, erklärt die Verwaltung. Ziel ist in jedem Fall, sobald es die Corona-Lage zulässt, zu starten, spätestens aber im kommenden Frühjahr.

Zwei größere Veranstaltungen im gewohnten Kalender gibt es noch Ende des Jahres: der Martinsmarkt im November und der Weihnachtsmarkt im Dezember. Auch hier gibt es bei der Stadt Überlegungen, ob und wie diese beiden Termine im Rahmen der Corona-Krise umgesetzt werden können. die Werbegemeinschaft „Rade lebt“ hatte bereits vorsorglich verkaufsoffene Sonntage für den 8. November und für den 13. Dezember beantragt (unsere Redaktion berichtete).

„In der Ratssitzung am kommenden Dienstag, 23. Juni, sollen zumindest die rechtlichen Voraussetzungen für die beiden Veranstaltungen mit einem verknüpften verkaufsoffenen Sonntag geschaffen werden“, teilt die Verwaltung mit. Eine definitive Entscheidung über die beiden beliebten Märkte steht somit noch aus.

Seit dem Beginn der Pandemie hat es in der Stadt keine größeren öffentlichen Veranstaltungen gegeben. Das Stadtfest im Mai musste ebenso abgesagt werden wie bereits im März das Rader Schaufenster und die Schützenkirmes im Juni. Auch Osterfeuer gab es in diesem Jahr keine, weil die damit verbundenen Zusammenkünfte in den Augen der Behörden zu riskant waren. Und auch in den Ortschaften mussten die Organisatoren auf beliebte Veranstaltungen verzichten. So wurde beispielsweise die Jazz-Matinee in Honsberg abgesagt.

Im Fall der Pflaumenkirmes ist die Absage für traditionsbewusste Radevormwalder besonders traurig – immerhin ist diese Veranstaltung bereits seit Ewigkeiten Bestandteil des Festkalenders. Nach offizieller Zählung sollte in diesem Jahr die Pflaumenkirmes zum 524. Mal stattfinden. Das heißt, die Veranstaltung geht auf das Jahr 1496 zurück.

Erst im vergangenen Jahr war die Pflaumenkirmes mit einem neuen Konzept an den Start gegangen. Die Veranstalter kombinierten die klassische Kirmes und das Bühnenprogramm mit einem herbstlichen Markt, auf dem Kunsthandwerk, Deko-Artikel, Gartenpflanzen, Möbel und andere schöne Dinge angeboten wurden.