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Pandemie bremst Radevormwalder Citymanagement aus

Einzelhandel in Radevormwald : Pandemie schränkt Citymanagement ein

Zu den Aktionen, die angestoßen wurden, gehört ein Digitalcoaching für den örtlichen Einzelhandel. Der Kampf gegen Leerstände steht auch auf der Agenda, doch wegen der aktuellen Umstände ist es schwer, jemanden zu finden, der ein Geschäft öffnen möchte.

Die Citymanager für Radevormwald, Alexander Bethke und Jan Eichenauer aus dem Unternehmen „Stadt + Handel“, sind seit einem Jahr für das Leben in der Innenstadt im Einsatz. Ihr erstes Jahr in Radevormwald wurde durch die Corona-Krise erschwert. Im Ausschuss für Stadtentwicklung gaben die beiden nun einen Einblick in ihre Arbeit und die anstehenden Pläne für die Innenstadt.

Eins der größten Probleme des Stadtzentrums ist der Leerstand zahlreicher Ladenlokale. Um dieses Problem zu beseitigen, haben die Citymanager Nutzungskonzepte entwickelt und Fördermittel aus dem Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung beantragt.

„Mit den Fördermitteln kann die Stadt Ladenlokale anmieten und dann für kleine Unternehmen oder Kreative aus Radevormwald als Pop-Up-Store zur Verfügung stellen. Aus diesem Projekt könnten dann mittelfristig neue Geschäfte für die Innenstadt entstehen. Dieses Konzept hat in der Vergangenheit schon mal in Rade funktioniert“, sagt Alexander Bethke.

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Aktuell gibt es in der Innenstadt 13 Leerstände. Obwohl die Mieten für die Einzelhändler mit der Hilfe der Fördergelder zunächst deutlich günstiger wären, konnte Alexander Bethke noch keine Einzelhändler mit kreativen Ideen dafür begeistern mit der Hilfe der Stadt ein Geschäft zu eröffnen. „Im Moment haben die Menschen andere Sorgen, das ist leider so. Mitten in einer Pandemie ein neues Geschäft zu eröffnen trauen sich die wenigsten, auch wenn die Miete gefördert wird“, sagt er.

Geprüft haben die Citymanager im vergangenen Jahr auch, ob Radevormwald von einer eigenen Stadt-App profitieren würde, über die im Rader Einzelhandel geshoppt werden kann. „Unsere Umfrage hat ergeben, dass drei Viertel der Einzelhändler keinen Online-Shop haben möchte. Eine Stadt-App würde nur Sinn machen, wenn man sie mit anderen Funktionen, wie zum Beispiel der Ausleihe in der Stadtbücherei verbinden würde. Dieser Aufwand ist für Radevormwald allerdings zu groß und wäre sehr kostenintensiv. Beispiele aus anderen Städten zeigen außerdem, dass Stadt-Apps kaum genutzt werden“, sagt der Citymanager.

Positiv haben die Einzelhändler auf den Vorschlag eines Digitalcoachings reagiert, das zeitnah umgesetzt werden soll. In dem Workshop sollen den Geschäftsinhabern digitale Kompetenzen vermittelt werden. „Der Bedarf scheint vorhanden zu sein. Deswegen werden wir das Digitalcoaching auf den Weg bringen. Wenn es keine Präsenzveranstaltung werden kann, geht das auch digital.“

Alexander Bethke hofft außerdem darauf, dass in diesem Sommer eine Zukunftskonferenz in Radevormwald stattfinden kann, bei der sich die Akteure aus dem Einzelhandel persönlich begegnen und gemeinsam Pläne für die kommenden Jahreschmieden können.