Orkan "Friederike" sorgt für Dauereinsatz in Radevormwald

Radevormwald : "Friederike" sorgt für Dauereinsatz

Sturm "Friederike": So stark hat der Orkan die Region erwischt

Um 10.39 Uhr gab es gestern den ersten Sturmeinsatz für die Freiwillige Feuerwehr. Auf Anweisung der Leitstelle Oberberg bildete die Rader Feuerwehr wegen der Vielzahl der Einsätze ein Koordinationsteam an der Hauptwache.

Wetterexperten warnten seit gestern Morgen vor dem Sturmtief namens "Friederike". Ab 10.30 Uhr zog es auch über Radevormwald. um 10.39 Uhr kam der erste Einsatz, weil im Bereich Neuenhof ein Baum auf eine Straße gestürzt war. Die Einsätze häuften sich, die Remlingrader Feuerwehrleute mussten an die Landstraße 414 ausrücken, weil ein Baum den Weg nach Wuppertal-Beyenburg versperrte. Bis in den Nachmittag war die Kreisstraße nach Remlingrade gesperrt, weil dort sechs größere Bäume auf der Straße lagen. Dort informierte das Ordnungsamt den Waldbesitzer, damit die Bäume geräumt werden konnten, berichtete Betriebshofleiter Norbert Petri, dessen Team eng mit der Feuerwehr zusammenarbeitete.

Ähnlich problematisch war es auf der Verbindungsstraße L 412 von Kräwinklerbrücke bis Bergisch Born. Dort lag eine große Fichte auf der Straße. Die Straße war deshalb für einige Zeit nicht passierbar, ein Umweg über Lennep war angesagt.

Die Radevormwalder hatten bereits am Morgen Vorkehrungen getroffen. Mitarbeiter des Betriebshofes hatten die Fahnen vom Kreisverkehr Hohenfuhrstraße abgenommen. Die Schulen orderten die Schulbusse für die Zeit nach der dritten Stunde, damit alle Schüler frühzeitig nach Hause fahren konnten. In Hönde kam der Schulbus wegen zweier umgeknickter Bäume nicht weiter. Diese wurden zersägt und von der Straße geholt. In der Innenstadt, so berichtete Norbert Petri, waren die Kronen von zwei Bäumen auf dem Hohenfuhrplatz und im Parc de Châteaubriant in Mitleidenschaft gezogen worden und mussten gekappt werden.

Auf Anweisung der Leitstelle der Feuerwehr in Gummersbach organisierte die Rader Wehr gegen 11.30 Uhr eine eigene Leitstele in der Feuerwache an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße. Solche sogenannten Unwettermeldeköpfe werden gebildet, wenn die Leitstelle in Gummersbach-Kotthausen die eingehenden Notrufe nicht mehr alleine bewältigen kann. Koordiniert wurden die Einsätze der Rader Einheiten von Einsatzleiter vom Dienst, Dietmar Hasenburg, und weiteren Vertretern der Wehrführung. Ein Einsatzbefehl lautete, die Wagen zu besetzen, die mehr als eine Säge an Bord hatten. Die hauptamtlichen und freiwilligen Feuerwehrleute aus den zahlreihen Löschgruppen und dem Industriegebiet Mermbach waren unterdessen zu zahlreichen Einsätzen in der Stadt im Einsatz. Über der Kaiserstraße hatte sich ein Kabel der Straßenbeleuchtung gelöst. Die Feuerwehr sperrte die Straße für die Sicherungsarbeiten mit der Drehleiter. Diese war zuvor auch an der Ecke Kaiser-/Bredderstraße im Einsatz, weil dort die Gefahr gesehen wurde, dass sich ein Dachfirst löste. Feuerwehr und Betriebshof sperrten die Straßeneinfahrt zur Bredderstraße. Helfen können die Feuerwehrleute allerdings nur, wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Gefahr ist. "Bei einem auf eine Garage gestürzten Baum sind wir für die weiteren Arbeiten nicht zuständig", erklärte Torsten Kleinschmidt von der Wehrführung.

Die Autofahrer und Fußgänger mussten an zahlreichen Stellen Vorsicht walten lassen, weil Äste auf Straßen und Gehwege stürzten und auch Weihnachtsbäume und Mülltonnen auf die Fahrbahnen geweht worden waren.

Am Nachmittag zogen die Feuerwehrleute dann Bilanz, nachdem die Unwetterwarnung um 14.55 Uhr von Rot auf Orange zurückgenommen worden war. Daraufhin konnten auch die Einheiten entlassen werden. "Es gab zum Glück keine ganz großen Schäden. Meistens war es eine technische Hilfeleistung", sagte Michael Diebel, der in den vier Stunden des Sturms insgesamt 17 größere Einsätze verzeichnet hatte. In zwei Fällen hatte das Sturmtief "Friederike"auch Brandmeldeanlagen aufgelöst.

(RP)
Mehr von RP ONLINE