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Ordnungsamt hilflos: Ärger wegen Hundekot im Radevormwalder Froweinpark

Bürgermonitor für Radevormwald : Froweinpark entwickelt sich zum Hundeklo

Familienvater Sebastian Schlüter zeigt sich verärgert über das Ausmaß der Verschmutzung. Selbst unmittelbar an den Spielgeräten liegen die Exkremente der Vierbeiner herum. Das Ordnungsamt kann wenig tun – die Verursacher müssen auf frischer Tat ertappt werden.

Sebastian Schlüter ist fassungslos, als er am vergangenen Donnerstag mit seiner kleinen Tochter in den Froweinpark geht, um dort den Spielplatz zu besuchen. „Überall liegen Hundehaufen herum“, beschwert er sich. Und das nicht nur auf den Wiesen, sondern auch unmittelbar an den Spielgeräten. „Ein Haufen lag sogar direkt am unteren Ende der Rutsche“, regt sich Schlüter auf. Fast könnte man denken, der Hundehalter habe seinen Vierbeiner geradezu ermuntert, dort seinen Kot zu hinterlassen. Insgesamt sieben „Tretminen“ hat Schlüter gesehen und fotografiert.

In seiner Verärgerung hat sich der Familienvater noch einmal schlau gemacht, wie es mit der Gesetzeslage aussieht: „Laut Bußgeldkatalog 2020 gilt es als Ordnungswidrigkeit, Hundekot nicht zu entfernen. In Radevormwald sind hierfür laut Satzung 30 Euro fällig, auf Spielplätzen 50 Euro. Es ist aber schon vorgekommen, dass ein Gericht hierin eine Straftat erkannt hat, das die Gesundheit von Kindern fahrlässig gefährdet wurde, als ein Hund auf einem Spielplatz seinen Haufen hinterließ.“

Sebastian Schlüter ist Fraktionsmitglied der CDU. Als im Jahr 2018 die Politik über den aktuellen Bußgeldkatalog beraten hatte, habe er ein Bußgeld von 200 Euro für das Hinterlassen von Hunde-Exkrementen auf Kinderspielplätzen vorgeschlagen. „Dieses ist mit dem Hinweis aber abgelehnt worden, dass man einen einheitlichen Bußgeldkatalog für den Oberbergischen Kreis haben wolle, damit die Polizei nicht mit 13 verschiedenen Katalogen hantieren muss.“

Das Problem von Hundekot in öffentlichen Grünanlagen ist für die Mitarbeiter des Ordnungsamtes wahrlich nicht neu, wie Christoph Grimlowski bestätigt. Nach seinem Eindruck hat sich an Ausmaß des Problems wenig geändert; es lasse weder nach, noch werde es mehr.

Hunde hinterlassen im Froweinpark ihre „Häufchen“ auf Wiesen und dem Spielplatz. Foto: Sebastian Schlüter

„Letztendlich können wir nur eingreifen, wenn wir den Halter auf frischer Tat ertappen“, schildert der Verwaltungsmitarbeiter das Dilemma. Und das passiere „nur ganz selten“, räumt er ein. Warum manche Hundehalter sich trotz aller Appelle uneinsichtig zeigen, das kann Christoph Grimlowski auch nicht nachvollziehen: „Es ist nun wirklich kein Problem, beim Gassigehen eine Tüte mitzunehmen.“

Dass es viele Hinterlassenschaften von Vierbeinern in der Stadt gibt, liegt schlicht auch daran, dass die Zahl der Hunde in der Stadt hoch ist. „Wir gehen von 2000 Hunden in Radevormwald aus“, sagt Grimlowski. „Zumindest sind das jene, die bei der Stadtverwaltung angemeldet sind.“ Und der Trend gehe für Hundefreunde dahin, nicht nur ein Tier zu halten, sondern noch einen zweiten oder dritten Hund aufzunehmen.

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