1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Oberbergischer Kreis liegt wieder über der Inzidenz 100

Corona-Pandemie : Inzidenz im Oberbergischen Kreis steigt wieder über 100

Die Verwaltung in Gummersbach verlängert Allgemeinverfügungen zu Kontaktbeschränkungen bis Mitte März. Landrat Jochen Hagt verspricht, dass so schnell wie möglich ein flächendeckendes Testangebot im Kreis zur Verfügung stehen soll.

(s-g) Die Infektionszahlen im Oberbergischen Kreis hatten bereits in den vergangenen Tagen nach oben gezeigt. Am Wochenende nun hat die Kreisverwaltung in Gummersbach mitgeteilt, dass die Sieben-Tage-Inzidenz, welche die Dynamik der Infektionsgeschehens beschreibt, im Kreis auf den Wert 116,2 gestiegen ist. Die absolute Zahl der Infizierten liegt bei 402 Personen. In Radevormwald sind derzeit 15 Personen mit SARS CoV-2 betroffen, in Hückeswagen liegt die Zahl bei 23.

Bereits am Freitag, so berichtet Kreissprecher Philipp Ising, habe wegen der zu erwartenden Entwicklung der Krisenstab des Oberbergischen Kreises beschlossen, die Corona-Schutzmaßnahmen zu verlängern. Sie gelten nun zunächst bis zum 14. März.

Hier ein Überblick der Regelungen, die ab Montag, 8. März, im Kreisgebiet gelten werden:

● die Kontaktbeschränkung für den öffentlichen Bereich wird auf den privaten Bereich übertragen. Zulässig ist die Zusammenkunft von maximal zwei Haushalten bis zu einer Gesamtzahl von höchstens fünf Personen (Kinder bis einschließlich 14 Jahren sind ausgenommen).

● Begrenzte Teilnehmerzahl und begrenzte Dauer von Versammlungen zur Religionsausübung.

● Bei der Nutzung von Fahrzeugen durch Personen aus verschiedenen Hausständen muss eine medizinische Maske getragen werden.

● FFP2-Maskenpflicht in Pflegeeinrichtungen und besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe.

„Nachdem die Inzidenz seit Jahresbeginn zunächst kontinuierlich gesunken ist, steigt die Inzidenz seit den letzten Tagen wieder an. Ursächlich hierfür ist die Ausbreitung v.a. der britischen Virusmutation B.1.1.7. Aktuell konnte bei 41 Prozent der derzeit aktiven Fälle im Oberbergischen Kreis eine Virusmutation nachgewiesen werden, verteilt über die gesamte Kreisfläche“, erklärt Landrat Jochen Hagt.

„Die britische Mutation ist wesentlich ansteckender und verbreitetet sich somit schneller in der Bevölkerung. Zudem ist das Infektionsgeschehen nach wie vor diffus“, ergänzt die Leiterin des Gesundheitsamtes, Kaija Elvermann. Es sei daher weiterhin wichtig, sich vor dem Hintergrund der aktuell beschlossenen Öffnungsschritte auf Landesebene bewusst zu machen, dass jeder persönliche Kontakt ein potentielles Infektionsrisiko in sich berge und alle Bürgerinnen und Bürger gemeinsam durch die Einhaltung der AHA+L-Regeln zur Eindämmung des Virus beitragen könnten.

Die geplanten Öffnungsschritte mit einer geänderten Teststrategie zu verknüpfen, hält Landrat Jochen Hagt für zwingend erforderlich. Noch warte der Oberbergische Kreis allerdings auf genauere Vorgaben des Landes NRW zum Beispiel zu den Anforderungen, die Teststellen erfüllen müssen, oder zu den auszustellenden Bescheinigungen über negative Schnelltests.

„Die Kreisverwaltung arbeitet mit Hochdruck daran, möglichst rasch ein flächendeckendes Testangebot im Oberbergischen Kreis aufzubauen. Hierzu steht der Oberbergische Kreis bereits in Kontakt zum Beispiel mit medizinischen Einrichtungen, Apotheken und weiteren privaten Anbietern“, so der Landrat. Sobald erste Teststellen zugelassen sind, wird der Kreis berichten.