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Oberberg: Diyar Agu ist der Bundestagskandidat der Partei Die Linke

Direktkandidaten für die Bundestagswahl : Schon seit der Jugend politisch engagiert

Der 22-jährige Diyar Agu ist Direktkandidat der Linken für den Bundestag. Politik bestimmt eine großen Teil des Lebens des Gummersbachers.

Die Politik begleitet den 22-jährigen Diyar Agu schon lange, man könnte fast schon sagen, dass ihm das Interesse dafür in die Wiege gelegt wurde. „Meine Eltern sind aus der Türkei und haben einen kurdischen Hintergrund. Da ist man automatisch politisch geprägt“, sagt der Direktkandidat für die Partei Die Linke.

Er komme aus einer Arbeiterfamilie, die sich durch ihre Arbeit einen bescheidenen Wohlstand geschaffen habe. „Mein Vater war in der IG Metall aktiv. Er erzählt mir immer gern davon, dass er sich im Betrieb für die Rechte seiner Kollegen engagiert hat“, sagt Agu. Außerdem habe er sich am Friedensprozess für seine kurdische Heimat beteiligt. Agu selbst ist seit seinem 15. Lebensjahr in der Partei Die Linke aktiv. „Ich habe die Linksjugend in Oberberg mitgegründet. Als ich eingetreten bin, war ich mit 15 Jahren der mit Abstand jüngste in der Partei – der nächstältere war in den 30ern“, sagt Agu.

Dass die Themen, die auf seiner politischen Agenda stehen, ihm wichtig sind, merkt man im Gespräch in einem Gummersbacher Café deutlich. Er möchte zwar nicht von seiner Person ablenken, es ist ihm auch nicht unangenehm, über sich zu sprechen. Aber der 22-Jährige kommt immer wieder auf seine Themen zu sprechen. Schon im Gymnasium habe er sich engagiert. „Ich war Stufensprecher, dann am Gummersbacher Schülerforum organisatorisch beteiligt und habe 2017 ein Benefizkonzert für Geflüchtete organisiert. Ich habe mir alle Parteien und ihre Programme angesehen – und die Linke haben das am besten widergespiegelt für mich“, sagt er.

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Ein starker Sozialstaat, bezahlbarer Wohnraum, Frieden – das seien einige seiner Themen, die er auch im Kleinen umsetzen wolle, in seiner Stadt. In die er übrigens wegen der Corona-Pandemie vor einem Jahr wieder gezogen sei – obwohl er schon seit 2017 in Aachen Wirtschaftsingenieurswesen an der RWTH studiere. „Es gab ja keine Präsenzveranstaltungen. Mir war dann klar, dass ich nicht unbedingt in Aachen eine Wohnung mieten müsste“, sagt er. Dass er künftig zwischen Gummersbach – oder Aachen – und Berlin pendeln müsse, weil er in den Bundestag gewählt werde, bezweifle er indes. „Ich mache mir keine großen Hoffnungen, gewählt zu werden. Aber ich unterstütze die Partei sehr gerne mit meinem Engagement, das ist mir sehr wichtig“, sagt er. Und daher ist er auch im Wahlkampf sehr aktiv, pendelt von Termin zu Termin, für das Privatleben ist da nicht mehr viel Zeit übrig.

Dennoch sei ihm klar, wie er lachend anmerkt, dass es auch ein Leben neben der Politik gibt. Er müsse nicht Berufspolitiker sein, um die Gesellschaft zu gestalten. „Ich weiß, dass ich mit meinem Beruf als Ingenieur, an dem ich derzeit ja arbeite, produktiv sein kann. Etwa, indem ich konstruktiv an der Entwicklung neuer, nachhaltiger Technologien mitarbeiten kann“, sagt er. Außerdem versuche er, bei allen Terminen und allem Engagement, immer noch genügend Zeit für Familie und Freude zu haben. Und dann erzählt er doch noch ein wenig Privates. „Ich bin großer Sportfan, vor allem Formel 1 und Handball – vor der Pandemie habe ich kein Heimspiel des VfL Gummersbach verpasst“, sagt er. Auch, weil dort sein bester Freund seit der A-Jugend bis zur Bundesliga gespielt habe. „Den unterstütze ich mit meinem Support natürlich gerne“, sagt der 22-Jährige.

Vom Handball kommt er dann aber doch noch einmal auf die Politik zu sprechen. „Ich habe dabei vor allem eines gelernt: Auch aus einem Rückstand kann man noch was machen, kann es drehen und kann vielleicht sogar wieder in Führung gehen. Das hilft mir auch in meiner politischen Partei“, sagt er schmunzelnd.