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Nistplätze für Falken und Sperlinge

Lennep/Radevormwald : Nistplätze für Falken und Sperlinge

Im Feldbachtal nahe der Grenze von Radevormwald und Lennep fließt der Strom jetzt unterirdisch. Das machte jedoch eine Naturschutzmaßnahme erforderlich.

Im Naturschutzgebiet Feldbachtal nahe der Stadtgrenze von Remscheid-Lennep und Radevormwald haben Feldsperlinge und Turmfalken von kommunalen Unternehmen EWR neue Nistplätze bekommen. Der Grund dafür: Die Freileitungsmasten zwischen Ober- und Niederfeldbach wurden Anfang des Jahres von der EWR GmbH – Energie und Wasser für Remscheid entfernt und die Leitungen in den Straßenkörper verlegt.

Damit werde der gesteigerten Versorgungszuverlässigkeit und auch dem Naturschutz langfristig Rechnung getragen, da betrieblich zwingend notwendige Ausästarbeiten zur Vermeidung, dass Äste in die Freileitung wachsen und diese beschädigen, entfallen könnten, teilt die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Remscheid mit.

Durch die unterirdische Verlegung der Kabel verschwanden jedoch auch Brutplätze des geschützten und selten gewordenen Feldsperlings. Diese nutzen bisher nämlich überraschenderweise die Konstruktion aus Stahlrohren der Masten, an denen die Leitungen hängen, als Nistplatz. Wer glaubt, dass Sperlinge doch eigentlich sehr häufig sind, der liegt falsch: Gerade der Feldsperling, des kleinere „Bruder“ des Haussperlings, bereitet den Naturschützern seit Jahren sorgen und steht auf der Vorwandliste der bedrohten Arten in der Bundesrepublik.

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Um diesen Brutraumverlust zu kompensieren, wurde ein Mast erhalten und ein weiterer extra neu errichtet, an denen jetzt je zwei Sperlingskoloniehäuser und ein Turmfalkenkasten installiert wurden. Der Bestand dieser Falkenart hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zum Glück wieder erholt, doch gab es in den Populationen des Greifvogels in den 1980 Jahren durch die Veränderung der Kulturlandschaft in Deutschland größere Einbrüche.

Die ungewöhnliche Naturschutzmaßnahme sei in der Seestadt auf dem Berge übrigens zum ersten Mal umgesetzt worden, heißt es. Die EWR und die zuständige Untere Naturschutzbehörde hoffen nun, dass die neuen Masten gut von den bedrohten Vogelarten angenommen werden.

(ma)