Neues von der Turbinenhalle in Radevormwald

Neues aus den Wupperorten : Neues Schmuckstück in der Turbinenhalle

Die historische Turbinenhalle in Vogelsmühle ist im Wandel. Gerd Neumann bringt die alten Maschinen auf Vordermann.

In der Ortschaft Vogelsmühe direkt an der Wupper laufen viele Projekte gleichzeitig. Eins davon ist die Renovierung und Sanierung der historischen Turbinenhalle der ehemaligen Fabrik Schürmann und Schröder. Anwohner Edmund Hägemann arbeitet seit April 2018 auf Hochtouren in der riesigen Halle, denn er will sie zu einem Tanzcafé machen, in dem Leben, Austausch und Gesellschaft entstehen sollen. Seit vergangenem Herbst, als die ersten großen Arbeiten in der Halle abgeschlossen waren (wir berichteten), ist einiges passiert.

Mit an Bord ist jetzt Gerd Neumann, der auch in Vogelsmühle wohnt und sein handwerkliches Geschick bereits ehrenamtlich für das Wülfing-Museum nutzt. Der Radevormwalder ist ein Multitalent und kennt sich besonders gut mit historischen Maschinen aus. Die alten Maschinen, die in der Turbinenhalle stehen, sollen zwar nicht wieder zum Laufen gebracht werden, aber ansehnlich sein und den Ursprung der Turbinenhalle in Ehren halten.

Im Herbst hat sich Gerd Neumann an die Arbeit gemacht und die erste Maschine, den hydraulischen Geschwindigkeitsregler abgeschliffen. Weil die Maschine viele Ecken, Kanten und Rundungen hat, ging das nicht mit einer Maschine, sondern nur in kleinteiliger Handarbeit. „Ich habe viele Teile der Maschine auseinandergebaut, damit man sie besser abschleifen und anschließend wieder lackieren kann“, sagt Neumann. Zuletzt waren die Maschinen dreckig und in einem schlechten Zustand. Die letzte Lackierung war zwar in einem Grün, aber ursprünglich waren die Maschinen schwarz lackiert. „Warum man damals die schwarzen Maschinen alle grün lackiert hat, weiß ich nicht genau. Vielleicht damit man sie besser sieht. Jedenfalls sind die Maschinen jetzt wieder im Originalton lackiert, nämlich in Schwarz.“ Einige Details hat Gerd Neumann mit rotem Lack hervorgehoben, damit auch Laien erkennen können, wo sich die drehenden und beweglichen Elemente der Maschine befinden.

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Die Arbeit geht momentan an dem historischen Generator, der deutlich größer als der Geschwindigkeitsregler ist, weiter. Mit dem Abschleifen ist der Ehrenamtler fast fertig. Damit die Lacke aufgetragen werden können, muss die Turbinenhalle allerdings beheizt werden. „Die Lacke brauchen eine Raumtemperatur von mindestens sieben Grad, ansonsten ist der Lack zu dick und zu zäh, um aufgetragen zu werden.“ Damit Gerd Neumanns Arbeiten funktionieren und zeitnah durchgeführt werden können, hat Edmund Hägemann einen 37 Kilowatt Infrarotstrahler organisiert, der die Turbinenhalle beheizt. „Mit diesem Gerät könnte man ein Einfamilienhaus beheizen. Wir brauchen die Wärme, um weiterzuarbeiten und voran zu kommen“, sagt Hägemann.

Während sich Gerd Neumann in den kommenden Wochen dem Generator widmen wird, kümmert sich Edmund Hägemann um die anderen Baustellen des Mammutprojekts. Nächstes Etappenziel ist die Fertigstellung der Sanitäranlagen. Die Abwasserleitungen sind bereits komplett neu verlegt worden und auch das Ständerwerk für die einzelnen Toilettenkabinen steht.

Die neue Eingangstür, die alle Besucher künftig oberhalb in die Halle leiten wird, ist von außen neu gestrichen, Glaselemente sind auch erneuert worden. „Wenn es unsere Zeit und unsere Gesundheit zulässen, wollen wir im Sommer den ersten Tanzabend veranstalten“, sagt Hägemann. Bis dahin ist noch viel zu tun. Zum Beispiel müssen der Tanzboden verlegt und eine Theke gebaut werden.

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