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Neues Verkehrsschild in Radevormwald verwirrt

Verkehr in Radevormwald : Neues Verkehrsschild in der City verwirrt

Kurz vor dem Marktplatz geht von der Kaiserstraße die Weststraße ab. Was vielleicht viele nicht wissen: Verkehrsteilnehmer müssen an dieser Einmündung mit Radfahrern von rechts rechnen.

Lutz Aldermann geht mit offenen Augen durch die Stadt. „Und da ist mir mal wieder etwas aufgefallen“, berichtet der BM-Leser am Bürgermonitor der Redaktion. Zum Abschluss der Erneuerung der Kaiserstraße zwischen „Alte Post“ und Markt sei an der Ecke zur Weststraße das Verkehrszeichen 102 angebracht worden. Dabei handelt es sich um ein rotes Dreieck mit schwarzem Kreuz. „Zum einen steht es unmittelbar hinter einem Baum und ist fast nicht zu erkennen, zum anderen mündet von rechts keine Straße in die Fahrbahn, weil die Weststraße als Einbahnstraße abgeht. Radfahrer dürfen die Weststraße zwar gegen die Einbahnstraße befahren, da es aber an dieser Stelle zu keinem Kreuzungsverkehr kommen kann, erkenne ich keinen Sinn, warum es hier angebracht wurde“, meint Aldermann. Für ihn sei das ein unsinniges Verkehrszeichen.

Könnte man auf den ersten Blick vermuten, aber das Verkehrsschild hat an dieser Stelle tatsächlich seine Berechtigung, erläutert Holger Westhoff von der Abteilung Straßenverkehr im Ordnungsamt. Die Politik habe vor einigen Jahren den Auftrag erteilt, dass in Radevormwald alle Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung zu befahren sein sollten. „Das war eine umfangreiche Anordnung, denn wir mussten alle Straßen in der Innenstadt überprüfen, und da gehörte auch die Weststraße und hier im Speziellen der Abschnitt vom Stadtgraben zum Markt“, sagt Westhoff. Die Anordnung und mithin auch das Verkehrsschild hätten ihre Berechtigung, weil Autofahrer, die auf der Kaiserstraße Richtung Markt fahren, nicht damit rechnen, dass ihnen von rechts Radfahrer entgegenkommen dürfen. Der Einmündungsbereich sei zwar keine gefährliche Kreuzung, aber der Radfahrer von rechts habe an dieser Stelle Vorfahrt. Das Verkehrsschild solle also den Radfahrer schützen und dem Autofahrer einen Hinweis geben, dass er mit Gegenverkehr auf zwei Rädern zu rechnen hat. „Außerdem muss man beachten, dass Lieferverkehr und Radfahrer geradeaus über den Markt fahren dürfen und es somit schon zu einer Art Kreuzungssituation kommt“, sagt Westhoff. Und gerade junge Menschen würden an dieser Stelle auch schon mal sehr flott fahren, dabei dürfe der Markt eigentlich nur in Schrittgeschwindigkeit befahren werden.

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Doch Westhoff, der selbst morgens immer mit dem Rad zur Arbeit fährt, stellt privat immer häufiger fest, dass sich gerade Radfahrer nicht an Beschilderungen halten. „Wir dürfen als Ordnungsamt den fließenden Verkehr ja nicht überwachen, aber ich sehe immer häufiger Radfahrer auf Gehwegen oder in der Fußgängerzone am Schlossmacherplatz“, sagt er. Immer wieder würden Radler auch in entgegengesetzter Richtung fahren, was zu brenzligen Situationen führt. Westhoff nennt als Beispiele den Bereich am Netto-Markt, an der Bären-Apotheke und am Schlossmacherplatz. Da werde es für Radler und Fußgänger schon mal sehr eng. „Dabei weist ein Piktogramm am Fußgängerweg der Schlossmacherpassage darauf hin“, sagt Westhoff. So ein Verhalten gefährde vor allem alte Menschen und Kinder.

Sein dringender Appell deshalb an alle Radfahrer: einfach etwas mehr Rücksicht nehmen und sich vor allem an die Verbote halten und die entsprechenden Schilder auch beachten.