Naturschützer in Radevormwald gehen gegen Steingärten vor

Hauptausschuss Radevormwald : Naturschutzverein stellt Antrag gegen Schottergärten

Naturschützer in Radevormwald wollen die Stadt dazu bewegen, konkrete Maßnahmen gegen das Überhandnehmen von Stein- und Schottergärten einzuleiten. Der Bergische Naturschutzverein hat einen entsprechenden Antrag für den kommenden Haupt- und Finanzausschuss am morgigen Dienstag, 18. Juni, gestellt.

Demnach soll der Rat den Beschluss fassen, dass in künftigen Bebauungsplänen die Bauherren darüber informiert werden, „dass die über die Grundflächenzahl hinausgehenden Flächenanteile nicht versiegelt werden dürfen, sondern als Grünfläche zu gestalten sind“. Steinschüttungen seien massive Versiegelungen und als solche anzeigepflichtig. „Als Ausnahme können sie – etwa in Vorgärten – gestattet werden, müssen aber ausgeglichen werden durch doppelt so große Flächen in Form von Dach- oder Fassadenbegrünungen“, schreibt Kathi Hentzschel, die Geschäftsführerin des Bergischen Naturschutzvereins.

Die Umweltschützerin begründet diese Maßnahme mit den Folgen des Steingarten-Trends für Mensch und Tier. Betroffen seien durch die Versiegelung das Grundwasser, die Sauerstoffversorgung, das Klima in den städtischen Bereichen und nicht zuletzt die Tiere wie Vögel, Fledermäuse, Insekten sowie Kleinstlebewesen im Erdreich.

Das Argument, die Steingärten seien bequem und pflegeleicht, lässt Kathi Hentzschel nicht gelten. Dies sei längst widerlegt: „Jedem Gärtner sind diese Flächen ein Greuel.“ Gehölze hätten keine Entwicklungsmöglichkeiten, zwischen den Steinen sammle sich Unrat und Dreck und aus angewehten Samen bilde sich schließlich eine zähe Unkrautdecke.

Di. 18. Juni, 17 Uhr, Haus Burgstraße 8.

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