Heimathafen: Naturnahes Radfahren

Heimathafen: Naturnahes Radfahren

Radevormwald gilt als eine Hochburg des Radsports. Neben vielen Events gibt es reizvolle Strecken in die Nachbarstädte

Radfahren hat in Radevormwald Tradition. In der Stadt auf der Höhe wurden nicht nur die historischen Bismarck-Zweiräder produziert, sondern auch viele Radsportgrößen haben hier trainiert und Erfolge gefeiert.

Der Freizeitpark Kräwinkel ist ein lohnenswertes Zwischenziel für einen längeren Stop. Foto: Hogekamp Lena

Für Hartmut Behrensmeier hat Rade in den vergangenen Jahren wieder aufgeholt. Für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) hat er lange Zeit Radsportevents organisiert und an der Planung von Radwegen gearbeitet. Nach seiner Pensionierung arbeitet er ehrenamtlich für diesen Bereich weiter. Das Vorstandsmitglied der IG Bismarck freut sich darüber, dass die Kleinstadt im Oberbergischen immer noch bekannt für seine Freizeitqualität ist. "Die Radwege, die durch Radevormwald führen oder die Touren, die hier starten, sind landschaftlich reizvoll. Es gibt anspruchsvolle und entspannende Strecken. Alle führen durch wunderschöne Natur."

Leichte Steigungen wie hier an derWupper-Talsperre bleiben rund um Rade nicht aus. Foto: Hogekamp Lena

Der Radweg R1a ist unter dem Namen "Rund um die Wupper-Talsperre" ausgeschildert und startet auf dem großen Parkplatz an der Hohenfuhrstraße. Von da aus geht es über Rädereichen und die lange Bundesstraße nach Hückeswagen. Der Blick öffnet sich über grüne Felder und die Wogen der ruhigen Landschaft. Wer Hückeswagen erreicht hat, fährt über die Balkantrasse nach Bergisch Born und von dort aus nach Remscheid. Einen atemberaubenden Blick bekommt man dann wieder bei der Fahrt über die Wupper-Brücke geboten. Vorbei an dem Erholungspark Kräwinkel ist man jetzt fast zurück in der Rader Innenstadt.

Entlang der 28 Kilometer langen Strecke gibt es viele Einkehrmöglichkeiten. "Dieser Radweg eignet sich für die ganze Familie. Ich habe die Strecke konzipiert und fahre sie immer noch sehr gerne", sagt Behrensmeier. Er hat auch die anderen Radwege, den R 2 entlang der Uelfe und der Wupper, den anspruchsvollen R 3 über die Höhen der Stadt sowie den R 6 um Rade und Wipperfürth mit einer Gesamtlänge von 44 Kilometern erarbeitet. Städteübergreifende Radwege liegen im Trend und werden sehr gut angenommen. "Um den Tourismus voranzubringen, muss man über die Stadtgrenzen hinaus denken", sagt der Experte.

Dass E-Bikes immer beliebter werden, berücksichtigt Hartmut Behrensmeier in seinen touristischen Angeboten. Die oft bergischen Strecken werden dank der neuen Technik auch für Senioren oder Menschen attraktiv, die lieber die Natur genießen, als ins Schwitzen kommen wollen. Im Rader Stadtgebiet gibt es momentan allerdings nur zwei Ladestationen.

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Dass die Stationen am Marktplatz sowie vor dem Geschäft Radsport Schreiber nicht ausreichen, weiß Heike Ueberall. Die Tourismusbeauftragte der WFG will, dass sich das Netz in Zukunft erweitert. "Die Nachfrage für E-Bikes ist riesig, deswegen müssen wir unsere Stadt noch attraktiver für Radsportler machen", sagt sie. Ladestationen seien dafür wichtig.

Den Fahrradverleih, den die WFG zu Zeiten von Hartmut Behrensmeier hatte, gibt es nicht mehr. Dafür zieht Rade jedes Jahr tausende Radsportler mit mehreren Veranstaltungen an. Die "Night On Bike" von Eventorganisator Sven Schreiber ist in ganz Europa bekannt. Das Buderus Volksradfahren ist ein jährlicher Höhepunkt für Familien und Vereine, und an dem Trassentreffen beteiligt sich die Stadt mit einer Stempelstation am Bismarck-Museum. Das Museum hat außerdem eine E-Bike-Tour geplant, die auf eine große Resonanz stößt.

2018 ist Rade zum ersten Mal Teil des "Stadtradelns". Heike Ueberall hat sich für diese Aktion eingesetzt. "Am Stadtradeln können Städte und Kommunen teilnehmen und ihren Bürgern damit die Möglichkeit geben, sich über das Fahrradfahren für mehr Lebensqualität und ein größeres Umweltbewusstsein stark zu machen", sagt sie. Am Stadtradeln können Gruppen von Unternehmen, Schulen, Vereinen oder privaten Zusammenschlüssen teilnehmen. Das Ziel ist es, innerhalb von drei Wochen so viele CO2-freie Kilometer wie möglich zurückzulegen und das Auto stehenzulassen. Die Aktion ist als Wettbewerb konzipiert, damit der Ansporn größer wird. Die Gruppe mit den meisten grünen Kilometern gewinnt.

"Ich erhoffe mir, dass Radfahren durch das Stadtradeln einen neuen Stellenwert bekommt und sich in Rade eine sportliche Bewegung zugunsten des Klimaschutzes entwickelt", sagt Ueberall. Sie informiert über die Aktion und nimmt Anmeldungen an (2 0 21 95 / 68 92 213).

(RP)
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