Radevormwald: Nach dem Schulausschuss: "Fand das Verhalten der SPD sehr unfair"

Radevormwald : Nach dem Schulausschuss: "Fand das Verhalten der SPD sehr unfair"

Freude bei den einen, Unwillen bei den anderen: Nach dem Mehrheits-Beschluss des Schulausschusses, die Rader Sekundarschule nach Malala Yousafzai zu benennen, fallen die Reaktionen der Akteure unterschiedlich aus.

"Ich fühle mich erleichtert", sagt Sandra Pahl, die Leiterin der Sekundarschule. "Die Sache hätte ja auch schon im Ausschuss scheitern können." Vertreter der Schüler, Eltern und Lehrer hatten in einem Workshop nach einem Namen für die Schule gesucht, ermutigt durch die Politik, die beschlossen hatte, dass die Schule selbst ihre Identität definieren solle. Die Entscheidung für die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai sorgte allerdings für Debatten. Die CDU hatte für den Schulausschuss einen Antrag formuliert, nach dem die Sekundarschule den Namen der Hauptschule - also "Geschwister-Scholl-Schule" - erben soll. Die SPD dagegen hatte mit einem Antrag gefordert, die Entscheidung der Schule zu respektieren. Damit erhielten die Sozialdemokraten eine Mehrheit.

Der ganze Vorgang im Ausschuss war allerdings ungewöhnlich: Die CDU hatte nicht auf einem Beschluss über ihren Antrag bestanden, sondern erklärt, es sei besser, die Sache im Rat zu diskutieren. Nachdem die Christdemokraten so signalisiert hatten, sie würden lieber noch einmal beraten, stellte die SPD überraschend doch den eigenen Antrag zu Abstimmung und setzte ihn durch.

Für Dejan Vujinovic, der im Ausschuss als Sprecher der CDU aufgetreten war, ist dieses Vorgehen fragwürdig. "Ich persönlich fand das Verhalten der SPD sehr unfair", erklärte er gestern auf Anfrage der BM. Das sei allerdings seine private Meinung, nicht die der Fraktion, stellte der Politiker klar. Hätten auch die Sozialdemokraten sich einverstanden erklärt, der Sache bis zur Ratssitzung noch einmal Zeit zu geben, dann hätte vielleicht noch eine gemeinsame Lösung gefunden werden können, meint er. Tatsache sei, dass der Rat den Beschluss wieder kippen könne, so dass am 10. Juli die ganze Debatte noch einmal geführt werde.

Johannes Mans hatte zu Beginn der Diskussion im Ausschuss um Sachlichkeit gebeten. "Das Thema ist hochemotional." Das bestätigte Dejan Vujinovic: "Ich bin von vielen Bürgern angesprochen worden, und in den sozialen Medien ist auch eine Menge los."

(s-g)
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