Ansichtssache: Mutige und wichtige Entscheidung der Sekundarschule

Ansichtssache: Mutige und wichtige Entscheidung der Sekundarschule

"Malala Yousafzei Sekundarschule Radevormwald" - so oder so ähnlich könnte sich die neue Schule in Zukunft nennen. Wenn die Politik zustimmt. Das sollte sie tun, um so ein wichtiges Zeichen setzen.

Die Sekundarschule hat Anfang der Woche eine wichtige, wegweisende und mutige Entscheidung bekanntgegeben: Schüler, Lehrer, Eltern und Schulleitung wollen sich nach der pakistanischen Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzei benennen.

Mehr als 80 Prozent stimmten für diesen Namen und gleichzeitig gegen die Vorschläge Udo Lindenberg, Ranga Yogeshwar oder Alexander Gerst. Auch die Bezeichnung "Bergische Sekundarschule" fand keine Mehrheit. Dieser Name wäre an Langeweile auch kaum zu überbieten gewesen. Die anderen drei wären sicherlich auch angemessene und durchaus akzeptable Lösungen gewesen, aber mit der Entscheidung für Malala Yousafzei setzt die neue Schule in Radevormwald ganz bewusst ein Zeichen, ist sich aber auch darüber im Klaren, mit dem Namen Kritiker zu provozieren, die gerne einen deutschen Namen für die Schule gesehen hätten.

Kaum hatte die Schule die Entscheidung bekanntgegeben, mehrten sich denn auch naturgemäß die Kommentare auf der Facebook-Seite der Bergischen Morgenpost. Erfreulich: Es gab dort mehr Zustimmung als Ablehnung für die neue Identität der Schule. Und diese Zustimmung sollte es auch aus der Politik geben. Schulausschuss und Rat müssen dem Namen zustimmen, was sie unbedingt tun sollten, denn ansonsten würde der demokratische Prozess an der Sekundarschule völlig ad absurdum geführt. Die Schüler würden sich schlichtweg nicht ernst genommen fühlen.

Und das wäre eine schlimme und fatale Entwicklung. Schulleiterin Sandra Pahl ist zurecht stolz auf ihre Schüler, die sich sehr reflektiert und frei von jeglichen Vorurteilen mit dem Leben der Friedensnobelpreisträgerin beschäftigt haben und gute Gründe dafür vorbringen. Der Einwand, der Name sei schlecht auszusprechen oder zu schreiben, ist nur vorgeschoben, denn diese Probleme gibt es auch mit deutschen Namen. Außerdem dürfte es dann auch keine Schulen geben, die nach Nelson Mandela, Martin Luther King oder Ghandi benannt wurden. Hut ab vor der Entscheidung der Sekundarschule!

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Ganz andere Probleme plagen zurzeit den Standort Wupper der Verbundgrundschule Bergerhof/Wupper: Seit Monaten sind die Küche und der Essensraum geschlossen, weil ein Wasserrohr geplatzt ist und Wände und Böden unter Feuchtigkeit gesetzt hat. Eine Katastrophe für die Schule, die eigentlich jeden Mittag für 35 Kinder frisch kocht. Jetzt muss ein Caterer das Essen anliefern - und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Ein Gutachter hat weit schlimmere Schäden festgestellt als zunächst angenommen. Jetzt geht es um die Schadensregulierung und für welche Schäden die Versicherung aufkommt. Die Schulleitung vermutet, dass es derlei Probleme künftig häufiger geben wird, schließlich handelt es sich um ein älteres Gebäude. Und da haben Leitungen nun mal irgendwann ihr Alter erreicht. Das sollte die Stadt unbedingt in ihre finanziellen Planungen einbeziehen, um in den nächsten Jahren auch an anderen Standorten nicht noch weitere Überraschungen zu erleben.

Wichtig fürs Sicherheitsgefühl der Radevormwalder war die Mitteilung der Polizei, dass der Handtaschenräuber, der zwei ältere Damen am 11. und 12. März hinterrücks überfallen hatte, gefasst wurde. Subjektiv empfinden einige Bürger, dass die Polizei im Stadtgebiet zu wenig präsent ist - umso entscheidender sind solche Erfolgsmeldungen.

(RP)
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