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Radevormwald: Motorradfahrer im Visier der Polizei

Radevormwald : Motorradfahrer im Visier der Polizei

Für Biker ist Radevormwald ein Nadelöhr ins Bergische. Es gibt Unfälle - und Anwohner leiden unter dem Motorenlärm.

Eigentlich ist die Uelfe-Wuppertal-Straße ein idyllischer Ort. Hier erstreckt sich das Uelfetal mit seinen Nebentälern. Doch die Region ist nicht nur ein Geheimtipp für Naturbegeisterte. Seit Jahren beobachten Anwohner der Nordstadt immer mehr Motorradfahrer, die die Straße als Nadelöhr in das Bergische Land nutzen. Zweite "Einflugschneise" ist die B 483 von Schwelm. Die Unfallzahlen zwischen Rade, Hückeswagen und Wipperfürth steigen seit Tagen wieder merklich an, weil die Motorradsaison begonnen hat.

Auch die Lärmbelästigung nimmt zu: "Freitags nach Feierabend geht es los", sagt eine Anwohnerin der Uelfe-Wuppertal-Straße. Seit dem sonnigen Osterwochenende habe sie wieder vermehrt Kradfahrer gehört. Die Kfz-Kennzeichen der Fahrer können dabei unterschiedlichsten Städten aus ganz NRW zugeordnet werden. "Das ist hier zum Geheimtipp geworden, hat mir ein Motorradfahrer erzählt", sagt die Anwohnerin.

Zwischen Januar 2014 und April 2016 ereigneten sich auf der Strecke acht Unfälle mit Motorrädern. Die Landstraße ist gut 6,5 Kilometer lang und führt extrem kurvenreich an der Uelfe entlang. Viele Fahrer unterschätzen den Streckenverlauf. Gerade jetzt im April, wenn sie auf die Maschinen steigen und nach der monatelangen Pause noch etwas ungeübt sind, kann das gefährlich werden. "Das Wegrutschen der Reifen ist schon im Ansatz zu hören, kurz bevor es zum Sturz kommt und der Unfall passiert", sagt die Anwohnerin. Drei Schwerverletzte und drei Leichtverletzte lautet die Bilanz der Unfallstatistik seit 2014.

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"Die Uelfe-Wuppertal-Straße ist auffällig, aber kein Unfallbrennpunkt", sagt Polizei-Pressesprecher Jürgen Dzuballe. Die Verkehrsunfälle sind in erster Linie gefährlich für die Fahrer, aber auch für andere Verkehrsteilnehmer. Folgenreich sind sie aber auch, weil die Uelfe-Wuppertal-Straße eine viel befahrene Umgehung ist, auf der Berufspendler unterwegs sind.

Ein weiteres Ärgernis ist eben der Lärm, dem sich die Anwohner ausgesetzt sehen. Insbesondere am Wochenende, wenn das Wetter gut ist, zieht es die Motorradfahrer auf die Straßen. "An die Geschwindigkeitsbegrenzung halten sich die wenigsten", sagen Anwohner, die samstags am Morgen oft von heulenden Motorengeräuschen geweckt werden. Die Kreispolizei bestätigt die Aussagen der Betroffenen. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen verändern sich auf der relativ langen Streckenführung. Das könnte ein Grund dafür sein, dass das Tempolimit nicht immer eingehalten wird. "Zu den Stoßzeiten stehen wir mit unseren Lasergeräten und Radarwagen an der Strecke", sagt Polizei-Pressesprecher Jürgen Dzuballe.

Die Polizei des Oberbergischen Kreises führe in diesen ersten Frühlingstagen wieder vermehrt Verkehrskontrollen durch: Motor, Reifen oder Beleuchtung werden überprüft. Zuletzt ist in Wellingrade auf der B 483 ein Kradfahrer mit Tempo 110 statt der erlaubten 50 km/h gemessen und angehalten worden. An den sonnigen Wochenenden werde flächendeckend an verschiedenen Stellen gemessen.

Dem "Netzwerk Kradfahrer" ist die Kreispolizei ebenfalls angeschlossen. Alles, damit "Motorrad-Wetter" auch "Garten-Wetter" für Anwohner bleibt. Und die Motorradsaison statt gefährlich und laut, sicher und friedlich verläuft.

(ball)