Radevormwald: Markus Marschner schließt seine Küche

Radevormwald: Markus Marschner schließt seine Küche

In Radevormwald hat sich Markus Marschner als Mietkoch und Catering-Dienstleister einen Namen gemacht. Nach längerer Ankündigung bleibt seine Küche ist seit Ende 2017 kalt. Die Jahre der Selbstständigkeit hatten ihren Preis.

2018 ist für Markus Marschner das Jahr des Neubeginns. In Radevormwald ist der gelernte Koch "ein bunter Hund". Fast jeder kennt ihn und seine freundliche und aufgeschlossene Art. In den vergangenen 15 Jahren hat er selbstständig gearbeitet und zahlreiche Feste, Hochzeiten und Empfänge, aber auch kleine private Treffen mit Essen, Getränken und Atmosphäre versorgt. Jetzt dreht er seiner Küche den Rücken zu.

"Ich liebe meinen Beruf immer noch und hatte eine tolle Zeit, die mir sehr am Herzen liegt. Aber man soll aufhören, wenn es am schönsten ist", sagt der 46-Jährige. Seine Familie und sein Privatleben haben unter seiner Selbstständigkeit und seinem unermüdlichen Engagement gelitten. Ein großes Team, das ihn bei seinen vielen Aufträgen unterstützen kann, hat Markus Marschner nämlich nie eingestellt. Er hat sich um alles - von den ersten Beratungsgesprächen bis hin zum Aufbau und der Bewirtung der Gäste und des Büffets - selbst gekümmert. "Mir war es wichtig, alles in der Hand zu haben, damit es auch nach meinen Vorstellungen funktioniert. Das habe ich immer gerne gemacht, aber der Perfektionismus kostet natürlich viel Kraft", sagt er.

Durch seine individuelle Beratung und das frisch zubereitete Essen ist der Ruf von Markus Marschner in Radevormwald und über die Stadtgrenzen hinaus sehr gut. Langjährige Kunden waren erschrocken über seine Entscheidung, den angestammten Bereich der Gastronomie zu verlassen.

Der Unternehmer freut sich jetzt darauf, mehr von der Außenwelt mitzubekommen. Zu viele Tage sind in seiner Küche vergangen, ohne dass er mitbekommen hat, ob es schneit oder regnet, ob die Sonne scheint oder ein Sturm wütet. "Ich erinnere mich nur vage an den Sturm Kyrill. Davon habe ich quasi nichts mitbekommen. Im Nachhinein schon erschreckend."

Sein Gewerbe hat Markus Marschner zum 31. Dezember 2017 abgemeldet. Jetzt müssen in seiner ehemaligen Küche an der Grabenstraße nur noch letzte Handgriffe getätigt werden, bis sein neues Leben beginnen kann. Das wird von Familie und Reisen geprägt sein. Marschner wird längere Autotouren für eine Rader Firma übernehmen und sich um deren Messeaufbau im europäischen Ausland kümmern. "In den kommenden Wochen fahre ich in die Schweiz und nach London. Ich fahre gerne Auto und freue mich darauf, etwas von der Welt zu sehen. Meine Frau wird mich auf vielen Touren begleiten, damit wir wieder mehr Zeit miteinander verbringen können", sagt der nun ehemalige Koch. Hauptwohnsitz bleibt aber weiterhin Radevormwald, denn die Stadt auf der Höhe ist seine Heimat. "Ich liebe die Stadt und ihre Menschen. Hier bleibe ich", sagt Marschner.

Einen Nachfolger hat er für sein Unternehmen nicht gefunden. Obwohl er nach Ersatz gesucht hat, ist ihm kein passender Bewerber begegnet. "Ich will meinen guten Ruf bewahren und hätte mein Unternehmen deswegen nur an jemanden abgegeben, dem ich zu 100 Prozent vertraue und von dem ich weiß, dass er seine Arbeit mit genauso viel Herzblut ausübt wie ich es getan habe", sagt Marschner.

Kunden können sich in den kommenden Wochen aber trotzdem noch bei ihm melden, wenn sie eine Empfehlung für gastronomische Mitbewerber brauchen. Markus Marschner ist gut vernetzt und lässt seine Kunden auch jetzt nicht im Regen stehen. "Ich habe eine Liste von Kollegen, die ich weiterempfehlen kann und an die ich meine Kunden weiterleite. Mein Handy ist immer an." Bei den Radevormwaldern bedankt er sich für 15 erfolgreiche Jahre.

(RP)