1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Landwirtschaft in Radevormwald leidet an der Trockenheit

Bauern in Radevormwald : Landwirte beklagen trockenes Jahr – und fürchten Afrikanische Schweinepest

Die Trockenheit machte den Bauern in Rade im Jahr 2020 mehr Sorgen als die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Mit Sorge betrachten Viehhalter die Entwicklung bei der Afrikanischen Schweinepest.

Ortslandwirt Holger Gesenberg kann für das Jahr 2020 nur ein durchwachsenes Fazit ziehen. Der viele Regen, den er und andere Landwirte sich für 2020 gewünscht haben, ist ausgeblieben. Obwohl es im Februar doppelt so viel geregnet hat, wie durchschnittlich und sich die Talsperren in dieser Zeit gut gefüllt haben, war der Rest des Jahres zu trocken. Im Mai zum Beispiel fiel nur ein Viertel der Regenmenge, die für diesen Monat in Radevormwald durchschnittlich ist. Die Talsperren in und rund um Radevormwald zeigen das aktuell gut. Der Sommer war trocken.

„2020 war kaum besser als 2019 und 2018. Die Graserträge, die wir einfahren konnten, lagen weit unter dem Durchschnitt. Von normalen Jahren konnte ich leider lange nicht mehr sprechen“, sagt der Milchbauer.

Landwirte wie Holger Gesenberg haben das Problem, dass sie durch die Trockenheit kaum Futter für ihre Tiere einlagern können und der Zukauf von Futter immer teurer wird. „Der zweite Grasschnitt des Jahres war total vertrocknet, der dritte war etwas besser und wir versuchen gerade den vierten zu retten. Zufriedenstellend ist das nicht.“ Die Futterreserven neigen sich dem Ende zu und stellen Landwirte, wie Holger Gesenberg vor die Frage, ob sie Tiere verkaufen müssen.

Der einzige Hoffnungsschimmer für ihn war in diesem Jahr der Mais. Der hat die Trockenheit ganz gut verkraftet. „Uns persönlich rettet der Mais, denn der ist dieses Jahr stark gewachsen. Viele andere Landwirte haben allerdings keine Maisfelder und dürfen auch keinen anbauen. Das ist ein Problem“, sagt der Ortslandwirt.

Die wirtschaftlichen Folgen der anhaltenden Corona-Pandemie in diesem Jahr hat die Landwirtschaft in Radevormwald dagegen nur geringfügig beeinflusst. „Im Vergleich zu anderen Branchen haben wir nicht unter der Corona-Krise gelitten. Der wenige Regen ist eine größere Herausforderung“, sagt Holger Gesenberg, der andere Bedrohungen für landwirtschaftliche Betriebe im Blick hat „Für Schweinebetriebe könnte allerdings die afrikanische Schweinepest zu einem Problem werden.“

Holger Gesenberg hofft weiterhin auf anhaltenden Landregen, der langsamen von den Pflanzen und dem Boden aufgenommen werden kann. In langen Regenphasen kann sich die Natur regenerieren. Starke Schauer führen dazu, dass der meiste Regen überirdisch abläuft oder sogar zu Überflutungen führt.