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Landschaftsverband zahlt Betrieben für die Beschäftigung von Schwerbehinderten gut 700.000 Euro

Landschaftsverband Rheinland : Gut 700.000 Euro für Schwerbehinderte in Betrieben

Zum 31. Dezember 2019 lebten im Oberbergischen Kreis 27.955 Menschen mit einer Schwerbehinderung. Die Arbeitgeber erreichten eine durchschnittliche Beschäftigungsquote von 4,8 Prozent.

2019 haben das Inklusionsamt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) und die rheinischen Fachstellen für behinderte Menschen im Arbeitsleben Arbeitgeber im Oberbergischen Kreis in 204 Fällen mit mehr als 710.000 Euro zur Beschäftigung schwerbehinderter und gleichgestellter Menschen unterstützt. Von den Mitteln wurden neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze geschaffen sowie Räume und Arbeitsplätze behinderungsrecht gestaltet. Dies geht aus dem neuen Jahresbericht des Inklusionsamtes hervor.

„Eine sinnvolle Tätigkeit mit eigenem Verdienst stärkt das Selbstbewusstsein, bringt Anerkennung und auch gesellschaftliche Teilhabe“, sagt Prof. Dr. Angela Faber, LVR-Dezernentin Schulen, Inklusionsamt, Soziale Entschädigung. „Die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie die Sicherung wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze für Menschen mit einer Schwerbehinderung sind daher das oberste Ziel des Inklusionsamtes und seiner Fachdienste sowie der Fachstellen für behinderte Menschen im Arbeitsleben bei den Kreisen und Städten im Rheinland. Viele Menschen mit einer Schwerbehinderung verfügen über Qualifikationen, von denen Arbeitgeber profitieren. Auch in Zeiten der Pandemie berät und fördert der LVR daher weiterhin in Kooperation mit den Rehabilitationsträgern wie Arbeitsagentur und Rentenversicherung.“

Insgesamt lebten zum 31. Dezember 2019 im Oberbergischen Kreis 27.955 Menschen mit einer Schwerbehinderung. Der Anteil der Behinderungen nimmt ab dem 45. Lebensjahr deutlich zu: Fast 90 Prozent aller Menschen mit Schwerbehinderung sind älter als 45 Jahre.

2018 waren im Arbeitsagenturbezirk Bergisch Gladbach 8801 Arbeitsplätze mit schwerbehinderten und gleichgestellten Menschen besetzt. Die Arbeitgeber erreichten eine durchschnittliche Beschäftigungsquote von 4,8 Prozent, die damit unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Wert von fünf Prozent liegt.

Das Inklusionsamt erhebt eine Ausgleichsgabe von Arbeitgebern, die mehr als 20 Arbeitsplätze haben, davon aber nicht mindestens fünf Prozent mit Menschen mit einer Schwerbehinderung beschäftigen. Arbeitgeber sollen damit motiviert werden, schwerbehinderte Menschen einzustellen. Das Inklusionsamt hat 2019 für das Erhebungsjahr 2018 von 9547 Arbeitgebern im Rheinland 87,8 Millionen Euro erhoben. Davon wurden mehr als 15 Millionen Euro an die Fachstellen im Rheinland zugewiesen, mehr als 17 Millionen flossen in den Ausgleichsfonds beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Mit den Mitteln der Ausgleichsabgabe unterstützt das Amt unter anderem die Arbeitgeber, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen.

Ein besonderes Instrument zur Schaffung und dauerhaften Sicherung von Arbeitsplätzen ist die Förderung von Inklusionsbetrieben, die auf 30 bis 50 Prozent der Arbeitsplätze Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf beschäftigen. Ende 2020 gab es im Oberbergischen Kreis zwei anerkannte Inklusionsbetriebe mit 83 Arbeitsplätzen, davon 63 für Menschen mit einer Schwerbehinderung.

2019 hat der Technische Beratungsdienst des LVR-Inklusionsamtes 1010 Betriebe im Rheinland besucht und 1614 arbeitsplatzbezogene Stellungnahmen erstellt. Jedes Gutachten steht für die langfristige Sicherung eines Arbeitsplatzes.

Der Beratungsdienst unterstützt in allen Fragen rund um die Planung und Gestaltung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung hinsichtlich des Einsatzes von Technologie, die Behinderungen ausgleichen.  Mehr Informationen erhalten Interessierte unter
www.inklusionsamt.lvr.de

(rue)