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Landratskandidatin Tulay Durdu stellt sich in Radevormwald vor

Wahlen im Oberbergischen Kreis : Tülay Durdu will Landrätin werden

Die Rösratherin ist bei der Landtagswahl am 13. September die Herausforderin von Amtsinhaber Jochen Hagt (CDU). Sie tritt als Kandidatin von SPD, Grünen und Linken an. Wahlkampferfahrung hat sie bereits aus dem Nachbarkreis.

An diesem Wochenende soll Tülay Durdu von SPD und Grünen im Kreis offiziell zur Landratskandidatin gewählt werden. Die Linke, die Durdu ebenfalls unterstützen will, wird ihre Versammlung am 20. Juni abhalten. Gestern stellte sich die 45-Jährige aus Rösrath bei einem Pressegespräch im SPD-Büro am Markt in Radevormwald vor. Ebenfalls in die Bergstadt gekommen war Thorsten Konzelmann aus Gummersbach, Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes. Gastgeber war Dietmar Stark, Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzender.

Tülay Durdu tritt nicht zum ersten Mal als Kandidatin für ein Landratsamt an. Im Jahr 2017 war sie die Hoffnungsträgerin der SPD im Rheinisch-Bergischen Kreis, wo sie ihrem CDU-Mitbewerber Stephan Santelmann unterlag. Nun setzen gleich drei Parteien die Hoffnung auf sie als Kandidatin. „Ich habe mich sehr geehrt geführt“, sagt Durdu. Die Anregung, die Sozialdemokratin aus dem Nachbarkreis als Kandidatin zu nominieren kam, wie Konzelmann einräumt, von den Grünen und den Linken. Die oberbergische SPD sei allerdings von Anfang an gewillt gewesen, den Amtsinhaber Jochen Hagt (CDU) mit einen starken Kandidaten beziehungsweise einer Kandidatin herauszufordern.

Wahlkampferfahrung bringt Tülay Durdu also mit. Verantwortung für Menschen, die sie als Landrätin beweisen muss, sei ihr ebenfalls nicht fremd, versichert sie. Sie ist beim TÜV Rheinland Vorsitzende des Personalausschusses und damit die Arbeitnehmervertreterin von 10.000 Mitarbeitern. Sie befasst sich bei ihrem Arbeitgeber vor allem mit dem Thema öffentliche Mobilität. Da überrascht es nicht, dass sie dieses Thema im Wahlkampf nach vorne bringen will: „Es muss mehr passieren bei der Förderung alternativer Antriebe.“ Fahrradwege sollten stärker ausgebaut werden, das Auto nicht länger das Maß aller Dinge bei der Mobilität sein.

Die Themen im Oberbergischen Kreis seien nicht allzu verschieden von jenen, die die Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis umtreibt, erläutert Durdu. Die Corona-Pandemie hat die Vorbereitungen der Kommunalwahl freilich erst einmal zurückgeworfen. Natürlich habe sie sich intensiv in ihre Aufgabe eingearbeitet: „Den Lockdown habe ich genutzt, den Oberbergischen Kreis besser kennenzulernen. Angefangen habe ich hier, im Norden, und mich dann nach Süden vorgearbeitet.“ Und wie gefällt ihr Radevormwald? „Ich bin von diesem schönen, großen Marktplatz fasziniert.“ Bei Null fängt die Kandidatin somit nicht an, sie hat im Oberbergischen Kreis zudem beruflich schon mehrfach zu tun gehabt, etwa mit dem hiesigen Verkehrsbetrieb, der OVAG.

Auch die aktuelle Debatte über die Probleme der Radevormwalder, vom Norden des Kreises aus bürokratische Formalien wie die Kfz-Zulassung zu erledigen, hat sie verfolgt: „Man hätte auf diesem Gebiet, bei der Digitalisierung, schon viel mehr tun können“, tadelt sie. Und erwähnt die Telemedizin, die für die ärztliche Versorgung im ländlichen Oberbergischen Kreis eine große Chance sei.

Ein weiteres Thema, bei dem sie in Radevormwald aufmerksame Zuhörer haben wird, ist die Wohnungspolitik. „Ein Thema, das mich sehr beschäftigt, ist die Altersarmut“, erklärt Durdu. Und dazu gehöre auch, dass es vielerorts an bezahlbarem Wohnraum fehle, der für Senioren auch barrierefrei sein solle.

SPD-Kreisvorsitzender Thorsten Konzelmann ergänzt noch um ein weiteres Thema: „Die Kreisumlage ist weiterhin zu hoch.“ Hier könnten die Verantwortlichen in Gummersbach die Städte und Gemeinden entlasten, anstatt mit dem geplanten neuen Verwaltungszentrum ein Millionenprojekt zu pushen.

Ihr Mitbewerber Jochen Hagt ist am Donnerstagabend von der Kreis-CDU mit ausgezeichnetem Ergebnis zum Kandidaten gekürt worden. Tülay Durdu weiß, dass dieser Wahlkampf nicht einfach wird. Doch sie tut es gerne: „Der Wahlkampf im Rheinisch-Bergischen Kreis war eine tolle Erfahrung.“