Radevormwald: Landgericht verurteilt Einbrecher zu sechs Jahren Gefängnis

Radevormwald : Landgericht verurteilt Einbrecher zu sechs Jahren Gefängnis

Die 10. Große Strafkammer des Kölner Landgerichts hat gestern einen 27-jährigen Rumänen wegen schweren Bandendiebstahls zu sechs Jahren Haft verurteilt.

31 Einbrüche soll der Angeklagte begangen haben, dazu kommen drei Fälle, in denen es bei einem Versuch blieb und ein Fall, in dem nur eine Verabredung zum schweren Bandendiebstahl getroffen wurde. Die Taten hatte der Angeklagte zwischen Anfang September 2015 bis November 2015 mit insgesamt drei Komplizen begangen, von denen bisher zwei zu Haftstrafen von jeweils fünf Jahren verurteilt wurden.

Die Täter hatten sich auf Tageswohnungseinbrüche spezialisiert, die sie unter anderem in Radevormwald, Remscheid, Marl und Haltern begangen hatten. Ihre bevorzugte Beute waren Handys, Schmuck und Laptops. Die Täter wählten fast ausschließlich Einfamilienhäuser, die in der Nähe zu Autobahnauffahrten lagen. Bei den Raubzügen hatten die Männer Bargeld, Schmuck oder Mobilfunkgeräte gestohlen, die einen Wert von wenigen Hundert bis zu 56.000 Euro gehabt haben.

Zunächst hatten die Täter an den Türen geklingelt. Wenn keiner öffnete, gingen sie um die Häuser und brachen Fenster und Terrassentüren auf.

So war es auch am 11. September 2015 in Radevormwald bei einem Haus an der Straße Oberkarthausen. Nachdem auf das Klingeln niemand geöffnet hatte, brachen die Täter die Holztür des Wintergartens auf und gelangten so ins Innere des Hauses, wo sie Schmuck im Wert von etwa 3000 Euro erbeuteten. Der Angeklagte hatte die Taten gestanden. Nach eigener Aussage hatte er bei den Einbrüchen unter Kokain- und Alkoholeinfluss gestanden.

Der 27-Jährige war zunächst untergetaucht, war dann aber in Polen verhaftet und später nach Deutschland ausgeliefert worden. Die Haftzeit in Polen wird auf seine Strafe angerechnet. Er war zuvor aus den USA ausgeflogen, dort saß er wegen unerlaubten Aufenthalts in Haft und war ausgewiesen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von sechseinhalb Jahren gefordert.

Die Verteidigerin war mit dem Urteil trotzdem unzufrieden. Sie hatte auf fünf Jahre plädiert - also genau auf die Strafe, die auch die Mittäter des 27-Jährigen erhalten hatten. Sie erwägt nun, Rechtsmittel einzulegen. "Darüber werde ich mich mit meinem Mandanten beraten", kündigte sie gestern an.

(RP)
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