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Landestheater kehrt auf Radevormwalder Bühne zurück

Kultur in Radevormwald : Landestheater kehrt auf Rader Bühne zurück

Mit der klassischen Komödie „Der Geizige“ von Molière gastiert nach der Corona-Pause das Ensemble aus Neuss im Bürgerhaus. Der Kulturkreis ist froh, dass die bewährte Zusammenarbeit weitergeht.

Die Corona-Pandemie hat für viele Berufszweige starke Einschränkungen gebracht. Erheblich getroffen hat es auch die Kulturschaffenden. Konzerte und Theateraufführungen waren längere Zeit nicht möglich – auch der Kulturkreis Radevormwald musste die vergangene Spielzeit vorzeitig abbrechen.

Nun aber geht es auf der Bühne des Bürgerhauses wieder los. Am Freitagabend findet die Comedy-Show statt – auf zwei Aufführungen verteilt, damit die nötigen Abstandsregeln eingehalten werden können. Und am Mittwoch, 30. September, gastiert das Rheinische Landestheater wieder in Radevormwald – die Fortsetzung eines jahrzehntelangen Partnerschaft zwischen der Bühne aus Neuss und dem Kulturkreis.

Auf dem Programm zum Start steht ein Klassiker: „Der Geizige“ von Molière. Ein Stück mit viel Witz, aber einem durchaus ernsten Hintergrund – es geht um die Macht, die Geld über Menschen gewinnen kann. Harpagon, die Titelfigur, ist dafür ein Paradebeispiel. Nichts ist wichtiger für ihn als das Geld. Es ist seine größte Liebe und muss stets in greifbarer Nähe sein. Jeder ökonomischen Logik zum Trotz investiert er sein Vermögen nicht gewinnbringend, sondern vergräbt es im Garten. Auch seine Kinder Élise und Cléante, die so ganz anders sein möchten als ihr Vater, sind vom kapitalistischen Denken beeinflusst. So möchte Cléante die besitzlose Mariane heiraten, allerdings wäre eine finanzielle Grundlage keine schlechte Idee und da er kein großer Freund der schweren Arbeit ist, hofft er auf das Geld seines Vaters. Élise ist ihrerseits in Valère verliebt, doch hat Harpagon sie bereits ohne Mitgift dem alten Anselme, dem Vater von Mariane und Valère, versprochen. Und für sich selbst hat der Geizhals Mariane ausgesucht, da er in ihr eine genügsame Ehefrau sieht. Das alles wird zum Anlass für viele skurrile Verwicklungen. Grundlage der Aufführung ist die Prosa-Übersetzung des Stückes von Simon Werle.

„Wir vom Kulturkreis freuen uns sehr, dass das Ensemble des Rheinischen Landestheaters wieder zu Gast in Radevormwald ist“, erklärt der Vorsitzende Michael Teckentrup. Und auch die Freude bei den Schauspielern und den anderen Mitarbeitern des RLT sei groß, dass die Bühnen wieder bespielt werden können. „Es war für die Theater schwierig“, weiß Teckentrup. Teilweise musste Kurzarbeit eingeführt werden.

Dass die Corona-Situation in der Region sich in den vergangenen Tagen wieder verschärft hat, haben Michael Teckentrup und seine Mitstreiter durchaus im Blick. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit dem Ordnungsamt“, versichert er. Bislang jedoch habe er von den Mitarbeitern der Verwaltung nichts von erneuten Einschränkungen gehört.

Die Mitglieder des Kulturkreises sind gespannt, wie groß zum Auftakt der Spielzeit die Resonanz bei der Comedy-Show sein wird. Denkbar sei natürlich, dass die steigenden Fallzahlen den einen oder anderen veranlassen könnte, der Show fernzubleiben.