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Land will Rehkitz-Schutz auch in Radevormwald finanziell fördern

Naturschutz in Radevormwald : Land will Rehkitz-Schutz finanziell fördern

Der CDU-Abgeordnete Jens-Peter Nettekoven lobt das Radevormwalder Projekt als richtungsweisend. Auch das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt sieht den Einsatz von Drohnen und Wärmebildkameras als besonders effektiv an.

Die Stadt Radevormwald hat gemeinsam mit Landwirten und der örtlichen Jägerschaft im vergangenen Jahr Rettungsaktionen für Rehkitze mit Hilfe von Drohnen und Wärmebildkameras durchgeführt. Auch über die Bergstadt hinaus hatte das für Aufmerksamkeit gesorgt.

Jens-Peter Nettekoven, CDU-Landtagsabgeordneter für Radevormwald, teilt nun mit, dass der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages dem Antrag von CDU und FDP zugestimmt haben, eine größere Summe für den Schutz von Rehkitzen zur Verfügung zu stellen. Diese sind gefährdet, weil ihr Mütter sie oft in Feldern verstecken. Beim Abernten kommt es leider häufig zu Unfällen. Durch die oben erwähnte Technik können die Tiere jedoch aufgespürt und in Sicherheit gebracht werden.

200.000 Euro stehen nun im Landeshaushalt 2021 für solche Naturschutzprojekte bereit. „Die Kommunikation mit dem Jäger, Flächen im Blick halten und richtig mähen: Es gibt bereits zahlreiche Tipps und Tricks, um ein besseres Wildtiermanagement voranzutreiben“, erklärt Jens-Peter Nettekoven. Der Einsatz von Drohnen und Wärmebildkameras bringe da einen deutlichen Fortschritt. 

Auch das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (BVLA) sieht den Einsatz von Drohnen und Wärmebildkameras als besonders effektiv an. Nettekoven verweist auf den Erfolg des Radevormwalder Projektes.

Nach dem Anruf des Landwirts bei der Radevormwalder Stadtverwaltung organisiert diese einen Drohnenpiloten sowie den Treffpunkt. Sobald die Wärmekamera ein Kitz anzeigt, nähern sich die Helfer und nehmen das Tier in Obhut. Dieser Einsatz wird bisher von den Landwirten und Jägern in Radevormwald anteilig übernommen – sie arbeiten Hand in Hand, um die Unfälle zu minimieren.

Aufgrund der hohen Anschaffungskosten der eingesetzten Technik habe sich der Haushaltsausschuss in Düsseldorf nun dafür entschieden, die erwähnte Summe zur Verfügung zu stellen. „Auch die Kreisjägerschaft Oberberg im Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen kann die Förderung ab dem heutigen Zeitpunkt beantragen“, erklärt der CDU-Politiker.

Bei den Aktionen auf den Radevormwalder Feldern im Sommer konnten viele Rehkitze vor einem Tod durch Mähmaschinen bewahrt werden. So hatte Regina Hildebrandt, Mitarbeiterin des Bauverwaltungsamtes, im Juni 2020 mitgeteilt, man habe bereits mehr als 20 Kitze retten können. In anderen Städten wie etwa Meerbusch zeigte man Interesse an dem Rader Vorgehen.

(s-g)