Radevormwald: Kunstspiegel als Blickfang im Uelfebad

Radevormwald: Kunstspiegel als Blickfang im Uelfebad

Die Montage war technisch aufwendig, am Ende lief alles reibungslos: Seit Samstag schmückt ein pinkfarbener Spiegel des Künstlers Raymund Kaiser das Uelfebad. Das über 1000 Kilogramm schwere Kunstwerk hat 50.000 Euro gekostet.

Seit dem Wochenende erstrahlt das Uelfebad in einem ganz neuen Glanz, um genauer zu sein: in glänzendem Pink. Mit schwerem Geschütz und unter den neugierigen Blicken einiger Schaulustiger wurde am Samstag der neue pinkfarbene Kunstspiegel im Uelfebad durch Fachleute, die ehrenamtlich arbeiteten, montiert. Um die über drei Meter hohe und fast zwei Meter breite Skulptur des Kölner Künstlers Raymund Kaiser ins Wasser zu bekommen, waren nicht nur viele Helfer nötig, sondern auch ein riesiger Kran der Firma Lorenz. Für die Arbeiten musste die Uelfe-Wuppertal-Straße, am Abzweig zur Mühlenstraße, gesperrt werden. Für zwei Stunden war dort nur die Fahrt in Richtung Dahlhausen möglich.

Es war ein spektakulärer Anblick, als der gut verpackte Spiegel mit seinen Metallstelzen langsam vom Transporter gehoben wurde und schwankend, meterhoch über den Köpfen der Beobachter in Richtung Wasser schwebte. Einige Autofahrer blieben verdutzt stehen und sorgten für ein kurzweiliges Hupkonzert der Hintermänner.

Bernd Freudenberg von der Kunstinitiative war kurz vor Beginn der großen Aktion spürbar unter Strom, versuchte aber gelassen zu bleiben: "Ich gehe davon aus, dass alles klappt. Technisch ist das Ganze zwar sehr aufwendig, aber wenn der Spiegel einmal am Haken hängt, dann wird er auch aufgestellt." Den Künstler selbst umgab eine Mischung aus Anspannung, ob sein Kunstwerk am Ende ohne Blessuren am vorgesehenen Platz stehen würde, und natürlich Freude, dass es nach mehr als drei Jahren Planung nun endlich soweit war. "Ich muss jetzt dem Kranführer und den Mitarbeitern vertrauen", sagte Raymund Kaiser und beruhigte sich selbst: "Sie sind total sensibilisiert und gut vorbereitet."

Problemlos positionierte der Kranführer das sensible Objekt auf dem vorgefertigten Betonfuß am Ufer des Teichs, dessen Wasser für diese Aktion extra abgelassen wurde. Am Rand warteten auch schon Mitarbeiter der Firma Hamay, um den hochpolierten Edelstahlspiegel nun auch sicher an Ort und Stelle zu befestigen. Nach etwa einer Stunde wurden die gepolsterten Schutzhüllen entfernt — und die pinkfarbene Pracht des spiegelnden Kunstwerks kam erstmals zum Vorschein. Raymund Kaiser strahlte und blickte äußerst zufrieden und fasziniert immer wieder in den großen Kunstspiegel: "Es ist immer ein Unterschied zwischen dem, was man sich vorstellt und wie es am Ende tatsächlich wirkt."

Der Spiegel ist nicht nur durch seine Farbe ein auffälliger Blickfang. Durch ihn lässt sich auch die sonst so vertraute Umgebung des Uelfebads nun in einem ganz neuen Licht erblicken — und zwar zu jeder Tages- und Jahreszeit und je nach Blickwinkel immer wieder neu.

In der kommenden Woche soll der Teich wieder gut mit Wasser gefüllt sein, so dass die Skulptur dann etwa 30 Zentimeter über dem Wasser "schweben" wird. Über die Schönheit des Spiegels lässt sich beliebig streiten, unbestritten ist jedoch eine Sache: Der pinke Akzent ist in der natürlichen Landschaft des Uelfebads ein absoluter Hingucker.

(sebu)