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Kulturkreis Radevormwald feiert in diesem Jahr Jubiläum

Theater im Bürgerhaus : Kulturkreis feiert 70-jähriges Bestehen

Im Jahr 1949 wurde der Verein gegründet. Bis heute sorgt er für ein vielseitiges kulturelles Programm, das hohen Anspruch und Unterhaltung verbindet. Wie genau gefeiert wird, steht noch nicht fest. Einen Festakt soll es aber geben.

Für den Kulturkreis Radevormwald ist 2019 ein besonderes Jahr. Es steht ein Jubiläum an. „Unser Verein wurde 1949 gegründet, also feiern wir das 70-Jährige“, sagt der Vorsitzende Michael Teckentrup. Nur ein paar Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Menschen um ihre tägliche Existenz zu ringen hatten, war unter den Radern dennoch der Wunsch entstanden, ein kulturelles Angebot zu schaffen. „Es gibt die Anekdote, dass damals die Grundsatz galt: ,Wer zur Aufführung kommt, bringt bitte ein Brikett mit’“, sagt Teckentrup. Seit neun Jahren übt er das Amt des Vorsitzenden aus. In Zeiten, in denen gerne vom kulturellen Verfall geredet wird, kann der Verein etwa 230 Abonnenten vorweisen. „Das ist ein wichtiger finanzieller Sockel“, sagt der Vorsitzende.

Theateraufführungen, Kabarett und Comedy, klassische und populäre Musik, das alles gehört zum Programm. Durch die Kooperation mit dem Rheinischen Landestheater in Neuss können die Vereinsmitglieder einen Anspruch gewährleisten, den viele Kleinstädte so nicht bieten können. „Dort läuft oft nur Boulevardtheater“, sagt Teckentrup. Zwar gehören auch Komödien zum Spielplan im Bürgerhaus, aber eben auch klassisches Theater oder anspruchsvolle Stoffe wie jüngst die Joseph-Conrad-Adaption „Herz der Finsternis“.

Etwas seltener geworden sind die Fahrten zu Opernaufführungen in Wuppertal, „weil es dort im Hause Veränderungen gegeben hat, die auch die Preise betreffen“, doch in dieser Saison wird es noch einen Besuch in der Oper im Tal geben – dann wird „Carmen“ von Georges Bizet gegeben.

Regelmäßig bietet der Kulturkreis Theateraufführungen für Schulklassen an – sowohl für Grundschulen als auch für weiterführende Schulen. So war jüngst das Stück „Kriegerin“ über junge Neonazis im Bürgerhaus zu sehen. Wieder ein Beweis dafür, dass der Verein es nicht darauf angelegt hat, nur Gefälliges auf die Bühne zu bringen. Doch die Mischung macht’s – und so werden auch Stücke geboten, die Krimi-Spannung und Unterhaltung bieten. Dafür sorgt die eigene Theatergruppe, die „Maskerader“. Fans dieses Ensembles dürfen sich auf Samstag, 4. Mai, freuen. Dann führen die „Maskerader“ das Stück „Agatha Christies Hobby ist Mord“ auf.

Welche Aufführungen in jüngster Zeit kamen besonders gut an? „Menschen im Hotel“ nach Vicki Baum sei erfolgreich gewesen, sagt Teckentrup. „Und die Aufführung von ,Biedermann und die Brandstifter’ war auch hervorragend.“ Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei gut. Das Bürgerhaus ist die Spielstätte für den Kulturkreis. Natürlich haben die Vereinsmitglieder – es sind derzeit 38 Personen – auch noch Wünsche. Teckentrup selber träumt davon, einmal das Jazz-Ensemble „Querbeat“ nach Rade zu holen, das ihn bei den Leverkusener Jazz-Tagen begeistert hat. „Aber es muss finanziell zu stemmen sein“, sagt Teckentrup. Zum Glück kann der Verein auf die Unterstützung von Sponsoren zählen, die im Internet unter www.kulturkreis-radevormwald.de aufgelistet sind.

Wie das 70-jährige Bestehen gefeiert werden soll, ist noch nicht ganz geklärt. „Wir suchen gerade Material für eine Ausstellung über die Anfänge des Vereins“, berichtet der Vorsitzende. Auch einen Festakt soll es geben, „aber erst in der zweiten Jahreshälfte“.