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Kultur in Radevormwald: "Corso"-Kino öffnet wieder Anfang Juli

Kino in Radevormwald : „Corso“-Kino soll am 2. Juli wieder öffnen

Wegen der Corona-Pandemie musste das Kino für Monate schließen. Dank Lockerungen kann Betreiber Sebastian Boos nun den Neustart vorbereiten. Die SPD schlägt vor, dass die Stadt zur Unterstützung auf Mieteinnahmen verzichtet.

Das Kino „Corso“ ist für die Radevormwalder eine Institution. Nicht nur Filmfreunde aus der Bergstadt besuchen hier die Kinosäle, das „Corso“ ist in der ganzen Region ein Begriff. Doch die Corona-Pandemie hatte zur Folge, dass das Kino seit März schließen musste. Eine Herausforderung für Sebastian Boos, der die Geschäftsführung des „Corso“ am 1. Januar 2020 übernommen hatte.

Zurzeit informieren am Eingang des Kinos und in den Schaukästen Aushänge über die aktuelle Schließung. Daniel Craig alias James Bond und andere Filmhelden warten auf den Plakaten wie eingefroren, um wieder in Aktion zu treten.

„Im Moment laufen wir, was die Einnahmen angeht, auf Null“, berichtet Boos. Doch er hat eine gute Nachricht für die Kino-Fans: „Wir werden am 2.Juli wieder öffnen.“ Bereits im Mai hatte die NRW-Landesregierung erlaubt, dass die Lichtspielhäuser wieder öffnen durften. Zwei Wochen später beschlossen die Verantwortlichen in Düsseldorf dann weitere Lockerungen. Ab dem 15. Juni müssen Kinos mit bis zu 100 Plätzen die bisher vorgeschriebenen Abstände von 1,5 Metern nicht mehr einhalten, sie können alle Sitzplätze besetzen. Kinos mit mehr als 100 Besuchern müssen – bei Wahrung des 1,5 Meter-Abstands – ein besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept vorlegen.

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Vor diesem Hintergrund können nun viele Kinos die Wiedereröffnung planen. Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung, erklärte dazu: „Das sind gute Nachrichten für NRW-Kinobetreiber. Ab sofort können in kleinen Sälen alle Sitzplätze besetzt werden und Filme so wieder vor einem größeren Publikum laufen.

Weil das „Corso“ für Radevormwald so wichtig ist, hat die SPD-Fraktion im Rat nun beantragt, dass die Stadt dem Betreiber weiter entgegenkommt, um den Neustart des Kinobetriebes zu unterstützen. Durch die Corona-Krise sei es zu „einem Totalausfall bei den Einnahmen und zu erheblichen Belastungen der Betreiber gekommen, die durch die allgemein zur Verfügung gestellten öffentlichen Mittel von Bund und Land nicht ausgeglichen werden können.“

Die Sozialdemokraten schlagen vor, dass der Rat in der heutigen Sitzung beschließt: „Aufgrund der durch die Corona-Pandemie dem Corso-Filmtheater entstandenen erheblichen Belastungen durch entfallene Einnahmen verzichtet die Stadt als Vermieter der Kino-lmmobilie auf die Zahlung von insgesamt zwei Quartalsmietzahlungen.“ Die Ratssitzung beginnt am Dienstag, 23. Juni, 16 Uhr, im Bürgerhaus.

 Derzeit weisen noch Aushänge auf die durch die Corona-Pandemie erzwungene Schließung des Kinos hin.
Derzeit weisen noch Aushänge auf die durch die Corona-Pandemie erzwungene Schließung des Kinos hin. Foto: Stefan Gilsbach

Eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs und der weitere Erhalt des weit über die Stadtgrenze hinaus bekannten Filmtheaters müsse das erklärte Ziel der Stadt sein, argumentiert die SPD-Fraktion. „Aus diesem Grund ist es gerechtfertigt, auf zwei Quartalsmietzahlungen einmalig zu verzichten.“ Der städtische Einnahmeverlust könne durch Haushaltsmittel aus dem Kultur-Etat ausgeglichen werden.

Der Hintergrund: Ein Teil des Kino-Gebäudes an der Hohenfuhrstraße wird von der Stadt verpachtet. „Es handelt sich um den den vorderen, älteren Gebäudeteil“, erläutert Beitreiber Sebastian Boos.

Freuen werden sich über die Wiedereröffnung auch viele Senioren in Radevormwald und Umgebung. Der Seniorenbeirat der Bergstadt lädt regelmäßig zu besonderen Kinovorführungen mit Kaffee und Kuchen ins „Corso“ ein. Auch dieses beliebte Angebot musste wegen der Corona-Pandemie vorübergehend ausfallen.

Antoinette Lumberg-Boos hatte das „Corso“ auf Anfrage der Stadt im Jahr 1984 übernommen. Seine heutige Gestalt erhielt das Kino durch einen An- und Umbau im Jahr 1995.