Radevormwald: Klingelnberg plant Börsengang in der Schweiz

Radevormwald : Klingelnberg plant Börsengang in der Schweiz

Die Klingelnberg-Holding in Zürich, zu der auch Hückeswagens größter Arbeitgeber gehört, will in den nächsten Monaten an die Schweizer Börse. Angestrebt ist ein Bruttoerlös von etwa 20 Millionen Euro.

Auch der Standort Hückeswagen soll dadurch wachsen.

Erst im Dezember hatte Christoph Küster, Geschäftsführer für Personal und Finanzen am Standort Hückeswagen, betont, dass das Unternehmen dank einer Personaloffensive auf Wachstum setzt. Die etwa 750 Mitarbeiter an der Peterstraße und im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg sowie deren Angehörige, aber auch die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik dürften das gerne gehört haben.

Dieses Vorhaben bestätigte die Leitung der Klingelnberg-Holding mit Sitz in Zürich jetzt, wenn auch auf einer anderen Ebene: Die Klingelnberg AG ein weltweit führender Spitzenproduzent für Hochtechnologie im Bereich Verzahnungstechnik, plant in Kürze den Börsengang an der SIX, der größten Börse der Schweiz. "Das Angebot soll aus einer Kombination von bestehenden Aktien, die von der Familie Klingelnberg als derzeitiger Alleineigentümerin veräußert werden sollen, und neu ausgegebenen Aktien, mit denen ein Bruttoerlös von etwa 20 Millionen Euro angestrebt wird, bestehen", heißt es in einer Pressemitteilung aus der Schweiz. Für Hückeswagen habe das keine Auswirkungen, bestätigte Marketingleiterin Sandra Winter auf Anfrage unserer Redaktion. Geplant seien weiterhin mehr Arbeitsplätze, und: "Wir wollen wachsen."

Die Familie Klingelnberg investiere und engagiere sich auch weiterhin in das Unternehmen, um an dessen künftiger Entwicklung teilzuhaben. Der Streubesitz nach dem Börsengang wird voraussichtlich etwa 50 Prozent betragen, womit die Familie dann immer noch Mehrheitsanteileigner ist. "Der Nettoerlös aus dem geplanten Börsengang verschafft dem Unternehmen mehr finanzielle Flexibilität bei der Umsetzung seiner Strategie und der Nutzung weiterer Chancen zu Wachstum und Akquisitionen", steht in der Mitteilung aus der Zentrale. Eventuell soll damit ein weiteres Unternehmen übernommen werden.

Konzernchef Jan Klingelnberg sagte dazu: "In den vergangenen zehn Jahren haben wir unser Familienunternehmen erfolgreich vom Werkzeugmaschinenhersteller zum Weltmarkt- und Technologieführer entwickelt, der die weltweit wachsende Getriebeindustrie bedient. Wir sind überzeugt, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um die Aktien weiteren Investoren anzubieten, einen Börsengang anzustreben und damit unsere Aktionärsbasis zu verbreitern." Letzterer werde es ermöglichen, das Unternehmen auf die nächste Stufe zu heben, zusätzliche Wachstums- und Akquisitionschancen zu nutzen und das Firmenprofil etwa bei Kunden und Talenten auf der ganzen Welt zu schärfen.

Der Vorstandsvorsitzende weiter: "In unserer Industrie werden sich in den kommenden Jahren einzigartige Gelegenheiten für Konsolidierung und Wachstum eröffnen." Klingelnberg wolle darin nicht nur eine aktive Rolle spielen, sondern hinsichtlich Technologie und Marktführerschaft eine nächste Stufe erreichen mit attraktiven Margen und einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Zudem versicherte er: "Unsere Familie wird weiterhin eine wichtige Aktionärin bleiben und sich voll und ganz für das Unternehmen engagieren."

Die Unternehmensgruppe beschäftigt heute weltweit rund 1300 Mitarbeiter, darunter mehr als die Hälfte an den beiden Standorten in Hückeswagen (siehe Info-Kasten). Rund 220 Mitarbeiter aus Forschung und Entwicklung erarbeiten in enger Kooperation mit den Kunden spezifische Branchenlösungen und Innovationen.

Im am 31. März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr erzielte Klingelnberg einen Umsatz von etwa 257 Millionen Euro - eine Steigerung von etwa elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Daraus resultiert ein bereinigter Gewinn vor Zinsen und Steuern von fast 23 Millionen Euro.

(büba)
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