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Radevormwald: Klettern, toben, balancieren

Radevormwald : Klettern, toben, balancieren

Kindergärten und Schulen versuchen Bewegung in ihren Alltag zu integrieren, können den Bewegungsmangel aber nicht komplett auffangen. Sie nutzten nun das Angebot im Rahmen der Bewegungstage der Armin-Maiwald-Schule.

Kinder müssen sich bewegen, um ihr Muskelgerüst auszuprägen, ihren Gleichgewichtssinn zu stärken und um ein Gefühl für den eigenen Körper und Bewegungsabläufe zu entwickeln. Spielen im Wald oder auf Spielplätzen kommt im Zeitalter von Smartphones und Spielkonsolen oft zu kurz. "Man merkt vielen Kindern an, dass sie sich wenig bewegen. Ein Mangel an Bewegung führt zu Unausgeglichenheit und macht träge", sagt Beate Sinner, Erzieherin in der Kindertagesstätte Uelfestraße.

Die Radevormwalder Kindergärten und Grundschulen versuchen den Bewegungsmangel aufzufangen, aber die Zeit in der Kindertagesstätte kann das Versäumnis natürlich nicht komplett auffangen. "Wir können Anreize schaffen und Freude an Bewegung vermitteln", sagt Janina Weller. Sie arbeitet ebenfalls an der Uelfestraße und sieht auch die Eltern in der Verantwortung. "Wie viel sich ein Kind bewegt hängt mit dem familiären Engagement zusammen", sagt sie. Ein Bewegungsangebot, das viele Rader Kindergärten nutzen, sind die Bewegungstage der Armin-Maiwald-Schule, die diese Woche, Dienstag und Mittwoch, stattgefunden haben. Fünf Kindergärten und fünf Grundschulen nahmen das Angebot war, um sich zu bewegen.

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Die Bewegungstage bietet die Armin-Maiwald-Schule alle zwei Jahre, im Wechsel mit den Forschertagen, an. Diese Woche konnten sich die Kinder an Kletterwänden austoben, balancieren üben und ihren Mut auf dem Hochseil unter Beweis stellen. Bewegung ist nämlich auch dazu da, um über sich hinauswachsen und seine körperlichen Grenzen auszutesten.

Ilayda ist fünf Jahre alt und wagte sich auf das hohe Seil, das durch die Aula der Armin-Maiwald-Schule gespannt war. Trotz Sicherheitsgurt war der Balanceakt aufregend für sie. "Ich war schon nervös", sagt sie. In ihrer Freizeit macht sie bisher noch nicht regelmäßig Sport, aber das soll sich bald ändern. "Mein Vater möchte mich in einem Turnverein anmelden." Nach ihr stieg Lotta auf das Hochseil und obwohl sie gut über das Seil lief, zitterte sie nach der Aufgabe am ganzen Körper. "Sie ist überwältigt von diesem Schritt, aber wir sind alle sehr stolz auf sie", sagt Janina Weller.

Während die Kinder des Kindergartens Uelfestraße über sich hinauswuchsen, hangelten sich die Schützlinge von Miriam Thiel durch den Blindenparcours, der in einem kleinen Waldstück aufgebaut war. "Bewegung wird bei uns groß geschrieben, aber unser Grundstück bietet nicht so viele Möglichkeiten, wie hier. Wir freuen uns jedes Jahr auf die Bewegungstage", sagte die Erzieherin. Das Team der "Pusteblume" versucht so viel Bewegung wie möglich anzubieten. Durch Waldbesuche, Spaziergänge oder Exkursionen. "Außerdem stehen bei uns immer alle Türen offen, damit die Kinder durch die Flure springen können und sich den ganzen Tag bewegen. Das private Sportangebot können wir aber nicht beeinflussen." Darian ließ sich von Amy durch den Blindenparcours führen und bewegt sich gerne. "Ich gehe zum Turnen und kann auch schon alleine schaukeln", sagt der Fünfjährige. Seine Freundin Amy schaukelt auch gerne, verbringt viel Zeit draußen und spielt seit einiger Zeit Handball in Radevormwald. "Da gehe ich gerne hin", sagt sie.

Birte Menn ist Lehrerin an der Armin-Maiwald-Schule und hat die Erfahrung gemacht, dass der Bewegungsdrang bei Kindern und Schülern nach wie vor, trotz Digitalisierung, groß ist. "Das Gespür dafür geht aber vielleicht verloren. Wir haben die Aufgabe Kinder auf Bewegung hinzuweisen und sie dafür zu begeistern", sagt die Pädagogin.

(trei)