Radevormwald: Kläranlage säubert seit 45 Jahren Abwasser

Radevormwald: Kläranlage säubert seit 45 Jahren Abwasser

In Neuland werden pro Tag etwa 18.000 Kubikmeter Abwasser gereinigt. Jedes Jahr reinigt der Wupperverband in seinen elf Kläranlagen 120 Millionen Kubikmeter - so viel, wie in die drei größten Talsperren im Wuppergebiet passen würde.

Auch eine Kläranlage feiert Geburtstag. Und so bietet der Wupperverband zum 45-jährigen Bestehen der Kläranlage in Radevormwald eine Führung für alle Interessenten für Samstag, 21. April, 11 bis 12 Uhr, an.

1972 baute der Wupperverband diesen Faulbehälter. Foto: wupperverband

Die Kläranlage Radevormwald wurde 1973 als mechanische Abwasserreinigungsanlage in Betrieb genommen und 1983 um die biologische Reinigungsstufe erweitert. Derzeit werden dort pro Tag im Mittel etwa 18.000 Kubikmeter Abwasser gereinigt. Seit dem Ausbau 2008 hat die Anlage einen Anschlusswert von etwa 67.000 Einwohnerwerten - das sind die an die Kläranlage angeschlossenen Einwohner und die so genannten Einwohnergleichwerte aus Industrie und Gewerbe.

"Dadurch wird eine gesicherte Stadtentwicklung für Industrie und Gewerbe gewährleistet", berichtet die stellvertretende Pressesprecherin des Wupperverbandes, Ilona Weyer.

Von 1998 bis 2008 baute der Wupperverband die Kläranlage aus, um den für Europa geltenden gestiegenen Anforderungen Rechnung zu tragen. Insbesondere Stickstoff und Phosphor, die in Gewässern zu Überdüngung führen können, werden seit dem Ausbau besser aus dem Abwasser entfernt. Dadurch wird die Qualität des Wassers der Wupper verbessert und ein Beitrag zum Schutz von Rhein und Nordsee geleistet, heißt es in einer Pressemitteilung des Wupperverbandes.

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Entscheidend für die Verbesserung der Stickstoff- und Phosphorentfernung war die Vergrößerung der biologischen Reinigungsstufe des Klärwerks, der so genannten Belebungsstufe. Diese Stufe macht sich die Fähigkeit von Kleinstlebewesen (Bakterien, Geißeltierchen) zunutze, die im Abwasser gelösten Schmutzstoffe unter Sauerstoffzufuhr für ihren Stoffwechsel zu verwerten. Zudem wird auf der Kläranlage ein Blockheizkraftwerk (BHKW) eingesetzt, das seit 2005 in Betrieb ist. Hier verstromen zwei Aggregate das anfallende Klärgas. Etwa ein Drittel der zum Betrieb der Anlage erforderlichen Strommenge wird aus dem Klärgas gewonnen. Darüber hinaus entsteht im BHKW Wärme, die zur Beheizung des Faulbehälters genutzt wird. "Im Winter kann die Wärme auch zur Beheizung des Betriebsgebäudes beitragen", erklärt Ilona Weyer.

Mit seinen elf Kläranlagen im Wuppergebiet leistet der Wupperverband nach eigenen Angaben einen großen Beitrag zur Daseinsvorsorge von mehr als 900.000 Menschen in der Region und zum Schutz der Wupper und ihrer Nebenbäche. Jedes Jahr reinigt der Verband etwa 120 Millionen Kubikmeter Abwasser. Das ist so viel, wie in die drei größten Talsperren im Wuppergebiet - Große Dhünn-, Wupper- und Bever-Talsperre - passen würde.

"Der Wupperverband wurde 1930 gegründet. Die Reinigung des Abwassers aus dem Wuppergebiet ist seitdem eine Kernaufgabe des Verbandes", sagt Ilona Weyer.

(RP)
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