Kirchengemeinde in Radevormwald muss enorme Baumaßnahmen stemmen

Evangelische-reformierte Kirchengemeinde : Reformierte Gemeinde steht vor großen Herausforderungen

Bis 2022 muss die Gemeinde große Baumaßnahmen stemmen. Kirchenmusikerin Inga Kuhnert wird ihre Stelle aufgeben.

Die reformierte Kirchengemeinde muss sich in den kommenden Jahren einigen Herausforderungen stellen. Das wurde bei der Gemeindeversammlung am Sonntag sehr deutlich. Schwindende Mitgliederzahlen erzwingen ein Umdenken. Seit September finden gemeinsame Gottesdienste mit der Lutherischen Kirche statt. „Wir wollen die Vereinbarung fortsetzen“, sagte Gisela Busch, Vorsitzende des Presbyteriums. Das reformierte Bekenntnis sei weiterhin wichtig und soll unter allen Umständen beibehalten werden, betonte sie.

Pfarrer Dieter Jeschke betonte aber auch, dass man sich für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung und Akzeptanz in Rade offen zeigen muss. Die Situation, dass es in der Stadt sowohl eine lutherische als auch reformierte Gemeinde gebe, sei für Zugezogene nicht immer verständlich. Auf die Neuzugänge sei man aber angewiesen. Das verdeutlicht auch die finanzielle Lage der Gemeinde. Kirchmeister Michael Voß hatte für die Haushaltsabschlüsse 2012 bis 2016 keine guten Nachrichten. Zwar sei man im Vergleich zu anderen Gemeinden gut aufgestellt. Dennoch fuhr die Kirche in den vier Jahren einen Verlust von etwa 66.000 Euro ein, der durch Rücklagen ausgeglichen wurde. Gründe seien gestiegene Verwaltungskosten, geringere Zinseinnahmen und veränderte Friedhofseinnahmen. Man dürfe sich auf Stiftung, Rücklagen und Mieteinnahmen nicht ausruhen, mahnte Voß.

Denn bis etwa 2022 kommen „enorme Baumaßnahmen“ auf die Kirche zu. Wie teuer die einzelnen Posten werden, sei aktuell noch nicht klar, sagte Jörg Dietsch, stellvertretender Baukirchmeister, auf Nachfrage der BM. Man wolle zunächst alle rechtlich notwendigen Maßnahmen durchführen. Dazu zählt die dringende Erneuerung des Blitzschutzes. Das fiel im Rahmen der Gutachtenerstellung nach dem Glockenausfall auf. Zum Hochwasserschutz werden zudem zusätzliche Abflussrinnen installiert.

Anschließend folgen Aufträge zum Fortbestand. So muss die Elektrotechnik aus den 1960er Jahren komplett ausgetauscht werden. Auch bei der Steuerung des Glockenstuhls sowie des Toilettenhauses stehen Modernisierungen an. Zudem warten Investitionen bei den Immobilien. Unter anderem muss die Gemeinde für die Straßenerneuerung am Wiedenhofkamp 30.000 Euro an Anliegergebühren zahlen. Auch eine marode Außentreppe muss ersetzt werden. Die Kosten für die Maßnahmen sollen sowohl aus dem Haushalt, aber auch über Fundraising gestemmt werden, sagte Dietsch.

Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Herausforderung: Kirchenmusikerin Inga Kuhnert verlässt die Gemeinde Ende Juli, da sie die Chance auf eine hauptberufliche Vollzeitstelle in einer umliegenden Nachbargemeinde erhalten habe. Der Abschied falle ihr schwer, sagte sie. Noch sucht die Gemeinde nach einer Nachfolge.

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