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Radevormwald: Kirche soll trotz Vandalismus-Fall für Besucher geöffnet bleiben

Radevormwald : Kirche soll trotz Vandalismus-Fall für Besucher geöffnet bleiben

Für Aufsehen in Radevormwald hat der Fall von Vandalismus in der Pfarrkirche St. Marien gesorgt. Unbekannte hatten am vergangenen Freitag unter anderem Kirchenzeitungen im Taufbecken angezündet.

"Zum Glück sind an dem Becken keine Spuren eines Schadens zu sehen", sagt Pfarrvikar Michael Weiler. Das Weihwasser sei ersetzt worden. Auch sonst ist am Inventar des Gotteshauses weniger zu Schaden gekommen, als auf den ersten Blick zu befürchten war. "Eine große Osterkerze ist zerstört worden", sagt Weiler. Das sei der einzige größere finanzielle Schaden, denn eine solche Kerze hat einen Wert von mehr als hundert Euro. Ansonsten scheinen die unbekannten Täter es nach der Schilderung des Pfarrvikars weniger auf mutwillige Zerstörung als auf fragwürdige Scherze abgesehen zu haben. "Auf dem Altar wurde mit den Bänden des ,Gotteslob' ein Männchen gelegt", berichtet er. Außerdem wurden Leuchter hin und her geschoben.

Auch wenn also wenig in der Kirche kaputt gegangen ist, so wühlt ein solches Ereignis die Gemeindemitglieder auf. "In dieser Form war das für mich ein Novum", bekennt Michael Weiler. Allerdings habe es am vergangenen Karfreitag bereits einen Fall von Vandalismus gegeben. Jemand hatte ein liturgisches Buch mit einem Teppichmesser beschädigt.

Die Pfarrkirche an der Bischof-Bornewasser-Straße steht für Besucher offen. Der Vikar weiß, dass viele Kirchen heutzutage aus Angst vor Vandalismus abgeschlossen werden, doch in Rade sei das bislang nicht so. "Und ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass der Kirchenvorstand das ändern möchte", meint der Geistliche. "Außerdem wird die offene Kirche gut frequentiert." Eine Aufsicht, wie sie manche Kirchengemeinden inzwischen eingeführt haben, gebe es in der Kirche bislang auch nicht.

(s-g)