Kinder- und Jugendring in Radevormwald zeigt sich tief enttäuscht

Jugendpolitik in Radevormwald : Tiefer Frust beim Kinder- und Jugendring

Der Vorsitzender kündigt an, man werde sich teilweise aus der Jugendarbeit zurückziehen.

Mit einem offenen Brief wendet sich der Kinder- und Jugendring in Radevormwald an die Öffentlichkeit und schlägt Alarm: Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Politik gestaltet sich zunehmend enttäuschend, schreibt der Vorsitzende Reiner Klausing. Nun zieht man Konsequenzen: Man habe den eigenen Aufgabenbereich überprüft, „mit dem Ergebnis, dass wir die uns vom Jugendhilfeausschuss übertragende Aufgabe der Bearbeitung von Anträgen für Zuschüsse von Jugendfahrten, Jugendhilfemittel und so weiter mit sofortiger Wirkung zurückgeben. „Unsere Arbeit wird sich zukünftig im Wesentlichen auf zwei Bereiche konzentrieren“, schreibt Reiner Klausing. „Zum einen möchten wir weiterhin Projekt in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt unterstützen. Zum anderen werden wir die erfolgreiche Arbeit im Zusammenhang mit den Sozial- und Integrationsfonds fortsetzen, um weiterhin allen Kindern und Jugendlichen die Teilhabe am sozialen Miteinander zu ermöglichen.“ Der Radevormwalder Kinder- & Jugendring e.V. ist der Zusammenschluss von Jugendverbänden, Sportvereinen und Jugendinitiativen in Radevormwald.

Ausführlich schildert der Vorsitzende, wie es zum Gefühl der Entfremdung mit den öffentlichen Akteuren gekommen ist. Vor 20 Jahren habe es in Radevormwald eine „jugendpolitische Aufbruchstimmung“ gegeben. Mit der Entscheidung, das Jugendamt wieder in die Stadt zu holen, hätten sich viel Hoffnungen verknüpft. Leider sei die hauptamtliche Unterstützung inzwischen „auf Zwergenmaß“ geschrumpft. „Diese Entwicklung ist die logische Konsequenz aus dem zurückgegangenen Interesse der Kommunalpolitik an jugendpolitischen Themen“, meint Klausing. In den Reihen der Fraktionen werde man erst wach, wenn plötlich, wie vor einigen Jahren, Probleme wie Rechtsextremismus an die Oberfläche kämen.

Klausing nennt weitere Beispiele, um die Enttäuschung in den Reihen des Kinder- und Jugendrings verständlich zu machen: „Der Forentag zu Beginn des Jahres 2018 fand bei Vereinen und Institutionen der Kinder- und Jugendarbeit großen Anklang. Für die politischen Akteure in diesem Bereich war das Angebot offensichtlich uninteressant. Das Ergebnis dieses Forentages waren im Wesentlichen zwei Forderungen bzw. Vorschläge. Die erste Forderung nach Schaffung einer Stelle in der Jugendförderung zur Koordination der Kinder- und Jugendarbeit richtete sich an die Stadt. Dieser Antrag an den Jugendhilfeausschuss im Juli fand eine breite politische Unterstützung. Doch diese Unterstützung reichte leider nicht aus, um bis zum heutigen Tag ein sichtbares Ergebnis zu erzielen.“

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