Radevormwald: Kinder binden Buchsbaumsträuße für Palmsonntag

Radevormwald: Kinder binden Buchsbaumsträuße für Palmsonntag

Die Buchsbaumzweige sind widerspenstig. Werden sie gedreht, um mit ihnen einen Stock zu bekleiden, wenden sie sich gleich wieder zurück. Oliver Schenk versucht es noch einmal. Jetzt scheint es zu klappen. Schnell den Draht um das grüne Blätterkleid - und schon ist die Grundkonstruktion geschafft. Der Vater überlässt den Stock seinen Töchtern Jana (9) und Milena (12). Die Jüngere ist Kommunionkind der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien. Am 15. April wird sie mit 25 weiteren Kindern zum ersten Mal die Heilige Kommunion empfangen.

Doch bis dahin gibt es für sie noch viele Termine, einer davon war am Samstag das Sträußebinden im Caritashaus zum Palmsonntag gestern. "Was das genau bedeutet, weiß ich noch nicht. Aber das Binden und schmücken des Straußes macht Spaß", sagt das Mädchen. Die Bedeutung der Aktion und die dazugehörige biblische Geschichte erzählt Diakon Burkhard Wittwer.

Jana scheint die Gemeinschaftsarbeit zu genießen. In der Zusammenarbeit mit dem Vater und der großen Schwester entsteht ein kleines Prachtexemplar aus Zweigen, winzigen Stoffblüten, bunten Bändern und Ziersteinchen. "Die Tradition des Palmstraußbindens kannte ich bis heute nicht", erzählt die größere Schwester, Sie schient die Bastelarbeit ebenso zu genießen, wie Lara Schürmann. Sie ist mit ihrer Mutter Nadine Schürmann gekommen, um einen Strauß zu binden. Stolz zeigte sie die bunten Bänder, mit denen sie die Buchsbaumzweige schmücken wird. Den kräftigen Stock fand sie im Garten, ihre Mama besorgte Buchsbaumgrün im Fachhandel. Der achtjährige Ben Steinebrunner wohnt in den Wupperorten. Zum Straußbinden ist er mit Mutti Jenny gekommen. "Wie gut, dass Ben seinen Stock schon vor längerer Zeit im Wald gefunden hat. So brauchen wir nicht lange zu suchen. Das Grün konnten wir im Garten meines Vaters sammeln", sagt die Mutter. Sie freut sich, mit ihrem Sohn kreativ arbeiten zu dürfen. "Das Binden und schmücken macht Spaß", meint sie. Auch Bettina Padrok ist eifrig dabei. Ihre Tochter Jeamy muss sich mächtig ins Zeug legen, auch mal den Draht oder die Schere zu erhaschen. "Bitte lassen sie auch den Kindern die Chance, hier mitzuwirken. Meist sind die Eltern fast schon zu eifrig bei der Sache, und die Kinder kommen zu kurz", sagt Wittwer amüsiert. Er ist froh, den Muttis und Vätern die Gelegenheit zu bieten, etwas gemeinsam zu arbeiten. "Das brauchen Eltern in der heutigen Zeit manchmal mehr denn je", sagt er.

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Mit zufriedener Miene betrachtet der Diakon die ersten fertigen Palmsträuße, die an die biblische Geschichte des Einzuges Jesu in die Stadt Jerusalem erinnern soll. So wie einst die Menschen Jesu mit Palmwedeln begrüßten, so tragen heute Kinder die Buchsbaumzweige gebunden zum Strauß-Stock zur Weihe in die Kirche. Samstagnachmittag wurden die Sträuße hinter der Kirche St. Josef Vogelsmühle geweiht, gestern die Zweige und die Strauß-Stöcke vor dem Caritashaus. Im Anschluss zog die Prozession feierlich in die Kirche zur Messe ein.

(sig)
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