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Radevormwald: Johanniter wollen Unterschrift

Radevormwald : Johanniter wollen Unterschrift

Dr. Jörg Blattmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Johanniter, hat gestern die Notwendigkeit bekräftigt, das Krankenhaus an die Sana AG zu verkaufen. Bis Ende April soll die Übernahme vollzogen sein.

Die Johanniter GmbH möchte das Verkaufsverfahren für das Krankenhaus möglichst bald — spätestens bis Ende April — abschließen. Das erklärte Geschäftsführer Dr. Jörg Blattmann bei einem Pressegespräch im Krankenhaus. Die Verträge seien aus seiner Sicht unterschriftsreif. "Wir haben eine sehr attraktive Trägerwechselvereinbarung", sagte er. Sana würde bei dem Verkauf, dessen Absicht im vergangenen Juli bekanntgegeben worden ist, eine langfristige Standortgarantie abgeben, Vertreter der Stadt über ein Gremium beteiligen, in das Krankenhaus investieren (zum Beispiel Telemedizin) und ihm zusätzliches Kapital zuführen. Außerdem bleibe das Haus selbstständig.

Das habe die Bezirksregierung den Johannitern nach Prüfung der Verträge inzwischen bestätigt. Zu den Arbeitsverträgen sagte der Johanniter-Chef, dass es keine Verschlechterung gebe. Die Gewerkschaft Verdi und der Marburger Bund säßen bei der Sana AG als Vertragspartner mit am Tisch.

"Rade ist für Sana mit 45 Kliniken ein kleines Haus", sagte Blattmann. Da käme es "auf eine Million Euro rauf oder runter nicht an". Sana sei der einzige Kaufinteressent mit einer solchen Finanzausstattung. Deshalb müsste ein Abschluss für die Stadt und die Mitarbeiter eigentlich attraktiv sein, warb der Johanniter-Vertreter

Geld fließt an Johanniter zurück

Für die Johanniter hätte diese Kapitalzusage laut Blattmann die Folge, dass von verschiedenen Johanniter-Einrichtungen und dem Orden im vergangenen Jahrzehnt zugeführte Mittel zurückfließen würden, "damit wir andere Häuser von uns stützen können, wie wir es vorher mit Radevormwald getan haben", sagte Blattmann.

Zur Situation des Krankenhauses sagte er, dass das Haus — trotz erfreulicher Zahlen durch den Chefarztwechsel in der Geriatrie seit 2010 — einen großen Investitionsbedarf habe. "Die Kostenentwicklung ist, seit es die Fallpauschalen gibt, nicht erfreulich, die Kosten laufen davon, da wir keinen Partner in der Region haben", sagte Blattmann, "uns geht finanziell die Puste aus". Auf Vorhalt von Mitarbeitervertreterin Dr. Nele Bendick räumte er ein, dass die Kommunikation — besonders auch zu den Mitarbeitern — hätte besser sein können.

(RP)