Radevormwald: Jochen Hagt kämpferisch: "Ich kann das"

Radevormwald : Jochen Hagt kämpferisch: "Ich kann das"

Die 83 Delegierten aus den 13 CDU-Stadtverbänden des oberbergischen Kreises wählten bei der Vertreterversammlung im Bürgerhaus bei nur einer Nein-Stimme Jochen Hagt zu ihrem Landratskandidaten für die Wahl am 13. September.

Ein klares Signal der Geschlossenheit sendete die CDU des oberbergischen Kreises von ihrer Vertreterversammlung im Bürgerhaus: Bei nur einer Nein-Stimme und einer Enthaltung wählten die 83 Delegierten aus den 13 Stadtverbänden Jochen Hagt zum Kandidaten für die Landratswahl am 13. September. Hagt, bislang Stellvertreter des Landrats und als Kreisdirektor faktischer Leiter der Kreisverwaltung, soll nach dem Willen der Christdemokraten Amtsinhaber Hagen Jobi (CDU) folgen, der im Oktober in den Ruhestand geht. Erwartungsgemäß gab es zu Jochen Hagt keinen Gegenkandidaten - der Vorstand der CDU Oberberg hatte ihn Anfang des Jahres nominiert.

Flankiert von Prominenz aus dem politischen Raum - der nordrhein-westfälische CDU-Generalsekretär Bodo Löttgen, der Landtagsabgeordnete Peter Biesenbach sowie Bundestagsmitglied und Kreisvorsitzender Klaus-Peter Flosbach - hatte Hagt die Vertreterversammlung vor dem geheimen Urnengang in einer mehr als 45-minütigen Rede auf seine Kandidatur eingestimmt: "Ich möchte den Staffelstab von Hagen Jobi übernehmen, damit auch klar ist, dass die erfolgreiche Politik in Oberberg fortgesetzt wird. Ich kann das! Und genau deshalb möchte ich der nächste Landrat des Oberbergischen Kreises werden", sagte er optimistisch. Als amtierender Landrats-Stellvertreter setzte Hagt in seiner von einer Dia-Schau untermalten Rede natürlich auf Kontinuität, um sich von Gegenkandidaten abzuheben. "Ich bin kein Landrats-Lehrling, der sich erstmal ein paar Jahre im Amt zurechtfinden muss. Ich bin - wenn Sie so wollen - schon voll im Geschäft." Auch das viel diskutierte Verhältnis der 13 Kommunen in Oberberg zur Kreisverwaltung ließ Hagt nicht aus. "Wir sind absolut fremdbestimmt. Wir haben zu wenig Geld, weil das Land seit Jahrzehnten Aufgaben und Kosten auf den kommunalen Raum verlagert, ohne die Finanzen dafür mitzuliefern", sagte er. Natürlich würden sich die Sparzwänge nicht positiv auf das Klima in den Haushaltsberatungen auswirken. Denn der Kreis sei gesetzlich darauf angewiesen, seine immer weiter zunehmenden Aufgaben in großen Teilen durch die Kreisumlage zu refinanzieren.

"Wer bei der Bewertung der Zusammenarbeit zwischen Kreis und Kommunen allerdings nur auf die jährlichen Haushaltsberatungen abstellt, springt zu kurz. Denn das Jahr hat 365 Tage. In praktisch allen fachlichen Fragen, im täglichen Geschäft arbeiten wir sehr gut zusammen", sagte Hagt.

Der 1957 in Köln geborene Hagt machte seine Maxime deutlich: "Ziel meiner Politik wird es sein, Oberberg für seine Menschen und seine Unternehmen attraktiv zu halten und unsere Strukturen zukunftsfähig zu machen". Dafür erntete Hagt langanhaltenden Applaus.

(sng)