In Radevormwald trafen sich 70 Pennäler der ehemaligen Landschule Im Busch.

Landschule : Erstes Klassentreffen nach 53 Jahren

Etwa 70 ehemalige Schülerinnen und Schüler der Landschule Im Busch trafen sich am Höller-Hof. Die Schule war 1966 geschlossen worden. Nach einer Planwagenfahrt stand der Austausch von Erinnerungen im Mittelpunkt.

Drei große Planwagen, vor die jeweils zwei Pferde gespannt waren, fuhren am Donnerstagnachmittag auf das Gelände des Höller-Hofes in der Außenortschaft Im Busch. Es stiegen an die 70 Menschen aus, alle schon etwas älteren Semesters. Sie alle einte die Tatsache, dass sie die frühere Landschule Im Busch besucht hatten, die im Mai 1966 geschlossen wurde. Organisiert hatte das Treffen der ehemalige Schüler Hans-Otto Freyling. „Ich habe die Schule von 1952 bis 1960 besucht“, sagte der 73-jährige Radevormwalder. Eingeladen hatte er etwa 80 ehemalige Schüler, ein Kraftakt, denn eine vollständige Adressliste gab es nicht. „Ich habe mich durchgefragt“, sagte Freyling und schmunzelte. Am Ende waren die knapp 70 ehemaligen Schüler zum ersten Klassentreffen dieser Art gekommen.

„Ich weiß nicht, ob einzelne Jahrgänge das mal für sich gemacht haben, aber so ein Treffen wie heute gab es bislang noch nicht“, sagte Freyling. Das ehemalige Schulhaus, das heute ein Wohnhaus ist und eine helle und saubere Fassade hat, steht ein wenig oberhalb des Pferdehofs, und der eine oder andere ehemalige Schüler warf einen vielleicht etwas nostalgischen Blick auf die einstige Bildungsstätte.

Die Anreiseentfernungen der ehemaligen Schüler waren dabei genauso vielfältig wie die Altersstruktur. „Die Dame mit der kürzesten Anreise wohnt gleich neben dem Pferdehof – die weiteste Anreise war aus Dillenburg in Hessen“, sagte der 73-Jährige. Und während die jüngsten der ehemaligen Schüler die 60 auch schon seit einigen Jahren überschritten hatten, war der älteste Schüler 93 und die älteste Schülerin 95 Jahre alt. Kurt Huckenbeck und Ilse Hahn hatten hingegen die Planwagenfahrt nicht mitgemacht, sondern auf ihre ehemaligen Mitschüler in der Gaststube gewartet. Dort hatten die Mitarbeiter des Höller-Hofes schon eine echte Bergische Kaffeetafel angerichtet, an die sich die 70 ehemaligen Schüler nach der Fahrt setzten. Die hatte sie bis nach Halver geführt, etwa eine Stunde waren die großen Wagen unterwegs.

Es dauerte nicht lange, und schon summte es im großen und gemütlichen Raum vor angeregten Unterhaltungen. Schließlich mochte die Schulzeit schon teils auch weit über 50 Jahre her gewesen sein, die Erinnerungen konnte man dann am besten im gemeinsamen Gespräch auffrischen. Besonders war Freyling im Gedächtnis geblieben, dass damals ein Lehrer für bis zu acht verschiedene Jahrgangsstufen zuständig gewesen war. „Die Lehrer mussten dann teilweise bis zu 60 Schüler gleichzeitig unterrichten; das war etwa vor dem Zweiten Weltkrieg so. Zu meiner Zeit waren wir noch um die 20 Schüler“, sagte Freyling. Die Schulgemeinschaft sei aber gut gewesen. Denn während der Lehrer etwa mit der dritten und vierten Klasse rechnete, kümmerten sich die älteren Schüler um die Jüngsten. „Das funktionierte recht gut – und wenn wir meinten, frech werden zu müssen, dann haben wir eben Strafaufgaben bekommen“, sagte der 73-Jährige und lachte.

Auch Ilse Hahn und Kurt Huckenbeck hatten nur gute Erinnerungen an ihre Schulzeit. „Ich bin 1933 in die Schule gekommen, damals waren wir etwa 60 Schüler, Jungen und Mädchen“ sagte Huckenbeck. Ilse Hahn ergänzte: „Auch heute noch kenne ich die meisten der ehemaligen Schüler.“ Der 93-Jährige erinnerte sich an seine Handarbeitslehrerin: „Die war damals eine Sensation. Die hatte sich nämlich ein Motorrad angeschafft – und wenn wir ganz lieb waren, hat sie mit uns eine Runde gedreht.“

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