In den Kleingärten von Radevormwald wächst endlich das Grün

Saisonauftakt : Frühlingserwachen in den Kleingärten

Die Kleingartenanlagen in Radevormwald bereiten sich auf den Sommer vor. Der Zusammenhalt ist weiterhin sehr gut.

Antonio Nese ist seit 30 Jahren Mitglied im Kleingärtnerverein Radevormwald und seit vielen Jahren auch Vorsitzender. Er freut sich auf eine weitere Saison in den Kleingartenanlagen am Jung-Stilling-Weg und an der Hermannstraße, wo er selber einen Garten hat. Das Frühlingserwachen ist jedes Jahr etwas Besonderes für ihn. „Sobald die ersten Sonnenstrahlen rauskommen und es wärmer wird, fangen wir alle an, unsere Gärten auf Vordermann zu bringen und die Spuren eines langen Winters zu beseitigen“, sagt er.

Bei seinem Rundgang durch die Gartenanlage an der Hermannstraße entdeckt er frisch gestrichene Zäune, neu eingesäten und geschnittenen Rasen sowie die ersten Familien, die sich dazu entschlossen haben, ihre Hütten mit einem neuen Dach auszustatten. All diese Arbeiten und Begegnungen machen Antonio Nese zufrieden, denn eine Kleingartengemeinschaft funktioniert nur, wenn alle aktiv mithelfen und sich jeder um seinen Garten kümmert. „Die meisten Pächter kommen ihren Verpflichtungen zuverlässig nach und kümmern sich liebevoll um ihren Garten und die gesamte Anlage“, sagt er.

In seiner Zeit als Vereinsvorsitzender musste Antonio Nese erst in einem Fall durchgreifen und dafür sorgen, dass ein Kleingärtner sein Grundstück abgeben musste. „Vernachlässigte Grundstücke werden zur Rechenschaft gezogen. Es gibt genug Menschen, die unbedingt einen Kleingarten in Radevormwald mieten wollen“, sagt er. Die Warteliste des Kleingärtnervereins ist lang. Momentan stehen 15 Personen darauf und warten, einen Kleingarten zugewiesen zu bekommen. Die werden allerdings meistens von Generation zu Generation weitergegeben. Die Ordnung der Kleingartenanlage setzt fest, dass ein Drittel jeder Parzelle als Nutzgarten angebaut werden muss. Deswegen gehören die Grundstücke des Vereins auch nicht in die Kategorie der Schrebergärten, sondern zu den Nutzgärten des Stadtgebietes. Die meisten Gärtner bauen eine vielseitige Mischung aus Obst, Gemüse und Kräutern an. Im Garten von Antonio Nese können sich Besucher durch 20 unterschiedliche Apfelsorten probieren, außerdem gibt es Bodengemüse und Beeren, die alle natürlich gewachsen sind. Ganz ohne Chemie. „Ich bin da absolut gegen, und zum Glück denken wir hier alle so. Wir wollen gesunde Gärten haben“, sagt Nese. Ein Ziel für dieses Jahr ist, die Kleingärten in Radevormwald noch insektenfreundlicher zu bepflanzen. Aus diesem Grund will Antonio Nese einheimische Blumen pflanzen, Wildblumenwiesen ausweisen und Insektenhotels aufstellen.

Außerdem fehlen dem gebürtigen Italiener die Bienen in den Gärten. „Ich habe Interesse daran, mit einem Imker zusammenzuarbeiten. Vielleicht kann jemand, der sich in dem Bereich auskennt, eine Bienenvilla am Ende der Anlage aufstellen“, sagt er. Für Antonio Nese ist sein Kleingarten auf jeden Fall ein Stück Heimat in Rade.