Radevormwald: In den Kirchen gibt es immer was zu tun

Radevormwald : In den Kirchen gibt es immer was zu tun

Einen Investitionsstau gibt es bei den Rader Gotteshäusern zwar nicht. Dafür muss aber ständig irgendetwas getan werden, um möglichen Schäden vorzubeugen. Die Haushalte werden dadurch arg strapaziert.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem sich die Kirchengemeinden keine Gedanken um den Zustand ihrer Gotteshäuser machen. Um größere finanzielle Belastungen zu vermeiden, wird meist sukzessive saniert und erneuert. Katholischer Seelsorgeverband Radevormwald-Hückeswagen In den katholischen Kirchen besteht ständig Sanierungsbedarf, dennoch sind die Häuser nach Einschätzung von Pastor Marc Dominikus Klein in einem guten Zustand.

Es obliege den Kirchenvorständen, ständig ein Auge auf die Kirchen zu haben. Während in Radevormwald (St. Marien und St. Josef Vogelsmühle) zurzeit keine größeren Renovierungen anstehen, ist der Sanierungsstau bei der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Hückeswagen größer aufgrund der Konstruktion des Daches. "Akute Gefahr besteht nicht, aber mittelfristig müssen wir einen sechsstelligen Betrag investieren", sagt Klein.

Das Dach entspreche nicht mehr dem heutigen Standard, es ziehe und es regne gelegentlich rein. "Wenn es tropft, müssen wir aufpassen", sagt er. Deshalb werde laufend investiert und nicht auf große Schäden gewartet. Der Bauausschuss schaue sich die Kirchen jährlich an und protokolliere alles im Hinblick auf Funktionsfähigkeit und Sicherheit. Bis zu einem Betrag von 15 000 Euro dürfen die Katholiken Maßnahmen in Eigenregie verabschieden, alles darüber hinaus muss das vom Erzbistum absegnen.

Lutherische Kirche Burgstraße Hier wird zurzeit die Heizung saniert und ein Modul ausgetauscht - Kosten: 10 000 Euro. "Wir wollen so das Raumklima regulieren und Luftfeuchtigkeit und Temperatur in einen vernünftigen Einklang bringen, damit die Orgel und alle Holzelemente in der Kirche geschützt werden", sagt Pfarrer Jürgen Buttchereyt. Bezahlt wird die Maßnahme aus der Bauerhaltungsrücklage. 2007 wurde die Lutherische Kirche umfangreich saniert - inklusive Innenanstrich zum 300-jährigen Bestehen der Kirche.

"Wir haben keinen Investitionsstau, obwohl uns die Gesamtheizungsanlage schon Sorgen macht", sagt der Pfarrer. Für Entspannung gebe es keinen Anlass. Die Gemeinde sehe sich aber in der Verantwortung, weil die Lutherische Kirche prägend fürs Stadtbild und Bestandteil des Gesichtes von Radevormwald sei. Martini-Kirche Ülfestraße Das Gotteshaus wurde vor zwei Jahren umfangreich saniert. "Wir haben immer was getan, um die Substanz zu erhalten", sagt Pfarrer Johannes Dress.

Vor sechs Jahren musste der Kirchstuhl samt Mauerwerk mit Beton und Eisen stabilisiert werden, außerdem bekam die Turmspitze eine neue Haube. Vor acht Jahren wurde das Ständerwerk teils erneuert und stabilisiert, weil Feuchtigkeit eingedrungen war. Vor zehn Jahren musste der Schornstein neu geschiefert werden. Vor 25 Jahren startete die Gemeinde die Aktion "Bröckelstopp", bei der die Fugen erneuert wurden. Das Dach wurde vor 30 Jahren neu eingedeckt.

"Unsere Wirtschafts- und Bauplanungskommission inspiziert die Kirche einmal im Jahr", sagt Dress. Zurzeit würden schon wieder Fugen bröckeln, hier laufe die Planung für die nächste Maßnahme. "Es ist immer was, deshalb müssen wir dranbleiben", sagt Dress. Dorfkirche Remlingrade Feuchtigkeit im Mauerwerk - damit muss sich die evangelische Kirchengemeinde Remlingrade seit Jahren beschäftigen und hat die kleine Dorfkirche trockenlegen lassen.

Seitdem wird regelmäßig die Feuchtigkeit gemessen. "Es gibt eine Tendenz zur Besserung", sagt Pfarrerin Maria Kluge. Langfristiges Ziel für 2016 sei der Außenanstrich - inklusive Putzarbeiten an den Fenstern mit besonderen Rahmen, die aufwendig restauriert werden müssen. "Die Bausubstanz unserer Kirche ist in Ordnung, dennoch werden wir Fördergelder beantragen, weil es über den Denkmalschutz nichts mehr zu holen gibt", sagt Maria Kluge.

(RP)
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