Immer häufiger müssen Schulpsychologen eingreifen

Schulentwicklung : Mehr Einsätze für die Schulpsychologen

808 Leistungen haben die Mitarbeiter des Schulpsychologischen Dienstes 2017 in der Systemberatung durchgeführt. Das ist eine weitere deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (665 Beratungsleistungen) und mehr als eine Verdreifachung der Leistungen innerhalb von fünf Jahren.

Bei Fragen und Problemen im schulischen Alltag können sich Eltern mit ihren Kindern sowie Lehrkräfte und Schulen vertrauensvoll an den Schulpsychologischen Dienst des Kreises wenden. Die Mitarbeiter unterstützen Schulen in ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag und Schüler in ihrer Lernentwicklung.

808 Leistungen haben die Mitarbeiter des Schulpsychologischen Dienstes 2017 in der Systemberatung durchgeführt. Das ist eine weitere deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (665 Beratungsleistungen) und mehr als eine Verdreifachung der Leistungen innerhalb von fünf Jahren. 2013 waren es 235 Beratungsleistungen. Dabei hat sich die Zahl an Veranstaltungen mit Gruppen, Teilkollegien und Schulen auf 115 (nach 89 in 2016) überproportional erhöht.

In der Einzelfallberatung haben im vergangenen Jahr 170 Familien mit ihrem Kind im Grundschulalter Unterstützung durch den Schulpsychologischen Dienst in Anspruch genommen. Dieser Wert entspricht in etwa dem des Vorjahres (178 Einzelfälle).

Der Jahresbericht 2017 enthält Einblicke in die Arbeit des Schulpsychologischen Dienstes. Er steht im Internet unter www.bildung-inoberberg.de unter der Rubrik Schulpsychologischer Dienst.

„So wie Schule von und mit Menschen gestaltet wird, ist Beratung ein Kontakt und Austausch zwischen Menschen. Damit Bürger und Schulen uns und die Kompetenzen der Beratungsstelle besser kennenlernen, haben wir diesmal uns als Mitarbeitende mit unseren Tätigkeiten innerhalb des Dienstes in den Mittelpunkt gestellt“, sagt Leiter Bernd Christ.

Die Lehrkräfte sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, dass viele Kinder grundlegende Probleme beim Erwerb von Lesen, Rechtschreiben und/oder Rechnen haben. „Dabei zu unterstützen, dass Kinder die Freude am Lernen und Lehrkräfte die Freude am Unterrichten nicht verlieren, war auch 2017 wieder ein zentraler Aspekt unserer Arbeit“, sagt Christ.

Der Diplom-Psychologe erläutert an einem alltäglichen Beispiel, welche Aufgaben sein Team übernimmt: „Der achtjährige Marco (Name von der Redaktion geändert) vertauscht trotz Übens und Förderunterricht beim Schreiben Buchstaben oder lässt sie aus. Seine Wörter sind kaum identifizierbar. Ebenso mühsam und unzureichend ist das Lesen. Er merkt, dass die anderen Kinder viel weiter sind und wird immer frustrierter. Der Junge will oft nicht mehr Lesen oder Schreiben – obwohl er beispielsweise gut rechnen kann. Mitte des zweiten Schuljahres kommt er zum Schulpsychologischen Dienst. Mit Hilfe der Mitarbeitenden ist es gelungen, individuelle Förderungsmöglichkeiten zu entwickeln. Gemeinsam mit Schule, Eltern und Marco konnte so die Handlungssicherheit aller verbessert werden.“

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