Auswirkung der Klinikreform auf Radevormwald Image des Krankenhauses darf nicht zerstört werden

Meinung | Radevormwald · Geht es bei der umstrittenen Krankenhausreform überhaupt um eine verbesserte Qualität der Patientenversorgung? Welche Kriterien haben zu der vorläufigen Entscheidung geführt, dem Sana Krankenhaus ein Hauptstandbein einfach so zu entziehen?

 Blick auf das Sana-Krankenhaus in Radevormwald.

Blick auf das Sana-Krankenhaus in Radevormwald.

Foto: Sana

Das war ein Paukenschlag. Als das zuständige Ministerium am Montag seine Liste vorlegte, welche Leistungen an den Krankenhäusern in NRW künftig noch erlaubt sein sollen, mussten die Verantwortlichen im Sana Krankenhaus in Radevormwald eine bittere Pille schlucken. Sowohl die Behandlungen von Knie- als auch von Hüfterkrankungen (Endoprothetik) sollen ebenso entfallen wie Wirbelsäulenoperationen. Ein heftiger Schlag in die Magengrube, schließlich ist das Endoprothetik-Zentrum mehrfach zertifiziert und für seine herausragende Leistung ausgezeichnet worden.

Wie muss sich da wohl ein ausgewiesener Fachmann wie Chefarzt und Ärztlicher Direktor Dr. Martin Ulatowski fühlen? Ein Experte auf seinem Gebiet, bekannt weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Erfahrung von vielen Operationen scheint nicht zu zählen. Da muss sich das Ministerium schon Fragen gefallen lassen. Geht es bei der umstrittenen Krankenhausreform überhaupt um eine verbesserte Qualität der Patientenversorgung? Welche Kriterien haben zu der vorläufigen Entscheidung geführt, dem Sana Krankenhaus ein Hauptstandbein einfach so zu entziehen?

Angst, Ungewissheit, Verunsicherung – das sind die Gefühle, die bei Mitarbeitern und Patienten vorherrschen. Auch wenn die Verantwortlichen immer wieder betonen, dass es nur eine vorläufige Entscheidung ist, der Weg wird hart und steinig, das Ministerium vom Gegenteil zu überzeugen. Da braucht es eine schlüssige und einwandfreie Konzeption, eine überzeugende Argumentation. Ärzte und Pflegepersonal wissen, was sie können und was sie leisten. Das Haus genießt in der Stadt einen hervorragenden Ruf. Da ist es nur allzu verständlich, wenn die Verantwortlichen kämpfen wollen. Und es ist genau der richtige Weg, auch den Schulterschluss mit Stadtverwaltung, Politik und niedergelassenen Ärzten zu suchen. Das war in den vergangenen Jahren ein absolutes Erfolgsmodell und hat der Klinik ein positives Image eingebracht. Das darf jetzt nicht zerstört werden.