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Hospizverein Radevormwald: Tatjana Brüser-Pieper hört auf

Ökumenischer Hospizverein Rade : Koordinatorin Tatjana Brüser-Pieper hört auf

Tatjana Brüser-Pieper hat nach zehn Jahren ihre Stelle niedergelegt. Eine Nachfolgerin wurde übergangslos gefunden.

Für Tatjana Brüser-Pieper ist es ebenso eine Zäsur wie für den ganzen Ökumenischen Hospizverein: Nach zehn Jahren, fünf davon als Begleiterin im Ehrenamt und weitere fünf als hauptamtliche Koordinatorin, hat sie zum Ende September ihre Stelle aufgegeben. Es ist ein Abschied aus privaten Gründen, der nichts mit ihrer Arbeit im Hospizverein zu tun habe, sagte Tatjana Brüser-Pieper. „Ich musste mich entscheiden, wir haben zu Hause einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Direktvermarktung. Es wurde immer schwieriger, beide Bereiche unter einen Hut zu bekommen.“ Der Vorsitzende des Hospizvereins, Georg Kalkum, betonte: „Tatjana Brüser-Pieper wird eine Lücke hinterlassen, was wir sehr bedauern.“ Sie sei immer mit sehr viel Herzblut bei der Sache gewesen, sagte Kalkum weiter. „Sowohl bei den Ehrenamtlichen als auch bei den begleiteten Menschen.“

Wie es die Berufsbezeichnung schon deutlich macht, ist die Hauptaufgabe von Tatjana Brüser-Pieper und ihrer Kollegin Marina Weidner die Planung und Koordination der Aufgaben der ehrenamtlichen Begleiter im Hospizverein. „Das war für mich auch ein Grund, der zur jetzigen Entscheidung geführt hatte: Die Aufgaben erfordern eine große zeitliche Flexibilität“, sagte Tatjana Brüser-Pieper, deren Stelle einen Umfang von zehn Wochenstunden hatte. Neben den Begleitungen, die zumindest am Anfang auch von den Koordinatorinnen begleitet wurden, waren es zusätzliche Gruppenabende und Supervisionen, die Pflege des Netzwerks aus Pflegediensten, Krankenhäusern und anderen Hospizvereinen im Bergischen Land sowie die Teilnahme an Vorstandssitzungen und die Öffentlichkeitsarbeit. „Dazu kommt die Beratung von Angehörigen und Betroffenen, deren zeitlicher Umfang immer größer wird“, sagte Marina Weidner. In diesem Zusammenhang und mit der beruflichen Doppelbelastung habe sie gemerkt, dass die Selbstfürsorge ein wenig gelitten habe, sagte Tatjana Brüser-Pieper.

Der Abschied der beliebten Koordinatorin sei im Kreis der Ehrenamtlichen einerseits auf Verständnis gestoßen. Andererseits sei man aber auch traurig gewesen, wie Marina Weidner berichtete. „Bei der Verabschiedung hatten die Begleiter viele sehr liebevolle Worte an meine Kollegin gerichtet.“ So sei die scheidende Koordinatorin etwa als „voller Herzenswärme und Ideenreichtum, Kreativität und Frohsinn, sprühender Lebenslust und guter Laune“ beschrieben worden. Ein weiterer Satz habe gelautet: „Wir sind alle ein bisschen traurig, aber wir verstehen deine Beweggründe voll und ganz.“ Zum Abschied hatten die ehrenamtlichen Begleiter ihrer Koordinatorin ein Erinnerungsbuch mit ganz persönlichen Eintragungen geschenkt.

Bei aller Trauer über den Abschied, gab es jedoch auch eine positive Nachricht zu vermelden. „Die Koordinatorenstelle von Tatjana Brüser-Pieper wurde zum einen übergangslos weiter besetzt – und der Vorstand hat zudem eine Aufstockung der Stelle von zehn auf nunmehr 20 Wochenstunden beschlossen“, sagte Kalkum. Die neue Mitarbeiterin heiße Andrea Fürst und werde ihren Dienst am 1. Oktober antreten. „Das Team der ehrenamtlichen Begleiter ist schon sehr gespannt, am 16. Oktober wird sich Andrea Fürst offiziell beim nächsten Gruppenabend vorstellen“, sagte die zweite Vorsitzende Eva Döllinger.