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Heimatverein Radevormwald unternahm eine Radtour nach Breckerfeld

Heimat- und Verkehrsverein in Radevormwald : Rader radeln in die Stadt der zwei Jakobuskirchen

Zwar ist das Heimatmuseum derzeit wegen Corona geschlossen, doch der Verein bleibt trotzdem aktiv. Nun veranstaltete er eine Radtour in eine Nachbarstadt jenseits der Grenze des Märkischen Kreises.

Der Heimat- und Verkehrsverein (HVV) Radevormwald hatte zu einer Radtour in den Märkischen Kreis eingeladen, und 13 interessierte Teilnehmer meldeten sich. Los ging es vom Marktplatz in Radevormwald, natürlich waren alle Radler mit Mund-Nasen-Maske ausgerüstet. Die Tourenleitung hatte HVV-Mitglied Bernd Klüting.

Die Route führte die Radfahrer über Filderheide in den Nachbarkreis, zur Ennepe-Talsperre, die nach dem trockenen Sommer ebenfalls einen niedrigen Pegelstand hat. Bernd Klüting gab einige Erläuterungen über die Bauphasen der Sperrmauer. Weiter ging es entlang der alten Breckerfelder Hofschaften Kotten und Kückelhausen, die an der alten Route der Jakobspilger liegen. Ziel war das Zentrum von Breckerfeld. Vor der evangelischen Jakobus-Kirche, die von einem Häuserring mit kleinen Gassen eingefasst ist, wurden die Fahrräder dann abgestellt. Tourleiter Bernd Klüting vermittelte den Teilnehmern Wissenswertes zur Kirchen- und Stadtgeschichte. Breckerfeld wurde 1184 zum ersten Mal erwähnt, die Jakobus-Kirche wurde in den Jahren zwischen 1390 und 1430 errichtet. In diesem Zeitraum, im Jahr 1396, erhielt Breckerfeld auch Stadtrecht. Um 1450 erhielt die neue Stadt dann eine Mauer mit Stadtgraben und drei Stadttoren. Breckerfeld war Mitglied der Hanse und besaß eine eigene Münzstätte. Mit Radevormwald teilt die Stadt das Schicksal, bei einem schweren Brand zerstört zu werden. Diese Katastrophe ereignete sich im Jahr 1727.

Einen Bezug zu Radevormwald bilden in der gegenüberliegenden katholischen Kirche zwei wunderschön restaurierte Holzfiguren der Apostel Petrus und Paulus, die im Jahr 1902 von der Radevormwalder Gemeinde St. Marien nach Breckerfeld verschenkt worden waren. Übrigens: Wie die evangelische Kirche ist auch das katholische Gotteshaus nach dem heiligen Jakobus benannt worden.

Nachdem sich die Besucher mit Waffeln und Kaffee gestärkt hatten, wurde die Stadt bei einem Rundgang besichtigt, darunter auch die Reste der erwähnten Stadtmauer. Zurück radelten die Teilnehmer durch das schöne Steinbachtal hinab zur Ennepe, vor bei an einer alten Schmiede und vielen Fischteichen. Über Altendorf ging es dann wieder zurück nach Radevormwald.

(s-g)