Hauptausschuss in Radevormwald berät über Arztpraxis in den Wupperorten

Wupperorte : Entscheidung übers Ärztehaus vertagt

Im Hauptausschuss wurde über das Vorhaben der Verwaltung diskutiert, in den Wupperorten das Pfarrheim St. Josef für eine Arztpraxis zu erwerben. Es gibt auch skeptische Stimmen aus manchen Fraktionen.

Im Hauptausschuss am Donnerstag stellte die Stadtverwaltung ihr Vorhaben zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in den Wupperorten vor. Geplant ist, dass die Stadt das Gemeindehaus der katholischen Kirche an der Kirchstraße kauft und dieses zu einer Arztpraxis umbaut. Der kurzfristige Handlungsbedarf ist Anfang des Jahres entstanden, als Dr. Martin Siebert seinen Wechsel an einen anderen Standort bekannt machte.

Die Stadtverwaltung sieht die Quartierentwicklung der Wupperorte, die im letzten Jahr stark forciert wurde in Gefahr, wenn die ärztliche Versorgung der Region nicht langfristig gesichert ist.

Bürgermeister Johannes Mans hat in den vergangenen Wochen viele vertrauensvolle Gespräche mit der Kirchengemeinde zum Verkauf des Gebäudes geführt, aber auch mit einem jungen Arzt, der Interesse an dem Standort geäußert hat. In trockenen Tüchern ist allerdings noch nichts.

„Wir arbeiten im Moment mit einer Doppelstrategie, um das Vorhaben zu realisieren. Auf der einen Seite steht die Kirche, die einem Verkauf zustimmen muss und auf der anderen Seite die Kassenärztliche Vereinigung , die der Bewerbung um einen Arztsitz zustimmen muss. Beiden Seiten liegen die Bewerbungen vor und wir warten auf schriftliche Erklärungen“, sagt Bürgermeister Mans. Dass die Stadt das Gebäude nur kaufen und umbauen wird, wenn eine verbindliche Vermietung an einen Arzt im Vorfeld sichergestellt ist, machte der Bürgermeister während des Hauptausschusses mehrfach deutlich. Momentan rechnet die Stadt mit Gesamtkosten des Ärztehauses in einer Höhe von 446.000 Euro, wovon etwa 215.000 Euro zum Ankauf des Hauses geplant sind.

Damit das Projekt realisiert werden kann, muss aber nicht nur die Kirche sowie die Kassenärztliche Vereinigung zustimmen, sondern auch die Haushaltssatzung 2019 der Stadt Radevormwald geändert werden.

Bevor eine finale Entscheidung im Rat der Stadt am 28. Mai getroffen werden kann, muss der Haupt- und Finanzausschuss über das Ärztehaus entscheiden. Die Ausschussmitglieder forderten am Donnerstag mehr Beratungszeit für diesen Beschluss und stimmten für eine Vertagung. Die ersten Meinungen zu dem Vorhaben teilten die Kommunalpolitiker aber bereits diese Woche.

Rolf Ebbinghaus (Alternative Liste) sprach sich grundsätzlich für das Ärztehaus aus. „Wir halten es für richtig, dass sich die Politik und die Verwaltung in diesem Thema einschaltet und in dieser Situation als Kommunikator und auch als Ermöglicher auftritt. Die Wahl der Räumlichkeiten finde ich allerdings fraglich“, sagt er. Thomas Lorenz (RUA) nutzte die Gelegenheit, um vor einer „Verzettelung“ an den Wupperorten zu warnen. „Ich bin auch für ein Ärztehaus, aber mir fehlt das Gesamtkonzept an den Wupperorten. Es entsteht der Eindruck, dass die Stadt eine Fülle an Räumlichkeiten erwerben will und es kein ausgearbeitetes Konzept gibt“, sagt er.

Bürgermeister Johannes Mans will die Beratungen und Entscheidungen über das Ärztehaus schon jetzt in die Gremien der Stadt einbringen, damit eine Umsetzung so schnell wie möglich erfolgen kann.