Radevormwald: Hand in Hand gegen den Krebs

Radevormwald: Hand in Hand gegen den Krebs

Morgen ist Weltkrebstag. Zusammen laden die Helios-Klinik Wipperfürth und die Selbsthilfegruppe "Gemeinsam gegen Krebs - Bergisches Land" deshalb zum Aktionstag ein und informieren über Krankheit und Behandlung.

Wenn man die Diagnose Krebs bekommt, "dann fällt man in ein ganz tiefes Loch", sagt Astrid Lorenz. Im Jahr 2014 erkrankte die Hückeswagenerin an Brustkrebs. Nicht nur die Krankheit, sondern auch die emotionale Belastung machte ihr seither immer wieder zu schaffen - bis sie selbst aktiv geworden ist und gemeinsam mit der Psychoonkologin Sabine Stroese die Selbsthilfegruppe "Gemeinsam gegen Krebs - Bergisches Land" gegründet hat. Zum morgigen Weltkrebstag lädt die Gruppe nun zum Aktionstag gemeinsam mit der Helios-Klinik Wipperfürth ein. Einen ganzen Tag werden dabei alle Facetten der Krankheit beleuchtet - von Diagnose bis Nachsorge.

Los geht es morgen um 11.30 Uhr in der Klinik. Nach einer kurzen Begrüßung starten in der Kleinen Cafeteria im Untergeschoss die Vorträge. Den Anfang macht die Qigong-Lehrerin Bettina Bamberg. Sie wird ab etwa 11.35 Uhr zum Thema "Lebensenergie und innere Kraft aufbauen mit Qigong" sprechen. Ab 12.15 Uhr wird anschließend Stefan Luther als Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Helios-Klinik über das Thema Dickdarmkrebs und die Möglichkeiten zur Diagnose und Therapie sprechen. Ebenfalls auf dem Programm steht ein Vortrag zu Entspannungstechniken bei Krebserkrankungen von Trainerin Petra Zanini (13 Uhr) sowie ein Vortrag zur speziellen Schmerztherapie bei Tumorerkrankungen (13.30 Uhr) von Carsten Eisberg, dem Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin.

"Symptome bösartiger gynäkologischer Tumore - wann ich dringend zum Arzt gehen muss", lautet indessen der Titel eines Vortrags, den Thomas Rau-Horn, Chefarzt der Gynäkologie, ab 14.15 Uhr hält. Den Abschluss des Programms bildet anschließend die Tanz- und Bewegungstherapeutin Ute Hartleib-Bach, die zum Thema "Körperstärkung durch körperorientiertes Tanzen" spricht.

  • Nordstraße in Radevormwald : Neues Verwaltungsgebäude soll 5,7 Millionen Euro kosten

Im Klinikfoyer geht es hingegen ums Kennenlernen, und es gibt Mitmachaktionen. Dort werden auch Astrid Lorenz und Sabine Stroese, die als Psychoonkologin auch in der Klinik arbeitet, anwesend sein. Sie möchten am Aktionstag vor allem mit Vorurteilen gegen Selbsthilfegruppen aufräumen. "Viele denken, da treffen sich dann ein paar traurige Menschen und jammern die ganze Zeit. Ja, so ist es auch manchmal. Aber wir lachen auch ganz viel und nehmen jedes Mal etwas Positives mit nach Hause nach unseren Treffen", versichert Lorenz. Regelmäßig trifft sich ihre Gruppe seit April des vergangenen Jahres in dem Krankenhaus in Wipperfürth. Jedes Mal sind bis zu 15 Personen dabei, Menschen jedes Alters, die mal am Anfang der Krankheit, mal mitten drin und mal, wie Astrid Lorenz, kurz vor der Genesung stehen. Auch Angehörige von Krebspatienten sind dabei. Gemeinsam tauscht man sich aus - unter der Leitung von Sabine Stroese. "Das ist das Besondere an unserer Gruppe: Wir haben eine fachliche Unterstützung".

Bei dem Aktionstag hofft Astrid Lorenz nun auf zahlreiche neue Interessenten für die Selbsthilfegruppe. Vor allem den Menschen in der Region will sie eine Plattform geben. "Deshalb verweist die Klinik Patienten auch immer wieder an uns", sagt Lorenz. Sie selbst wurde in der Kölner Uniklinik behandelt. "Dort gibt es auch viele tolle Angebote. Aber wenn man mal einen nicht so guten Tag hat, ist es ein weiter Weg dahin". Da sei Unterstützung am Ort hilfreicher. Die Zusammenarbeit mit der Helios-Klinik sei daher sehr wichtig. "Umso mehr haben wir uns gefreut, dass das Krankenhaus mit uns zusammen den Tag organisieren will."

(lai)
Mehr von RP ONLINE